Erste Eindrücke aus der Dominikanischen Republik

Hallo liebe Leser,

fast eine Woche ist inzwischen vergangen, seit wir aus Kuba in die Dominikanische Republik geflogen sind. Höchste Zeit also, euch wieder auf den neusten Stand zu bringen.

Die Ausreise aus Kuba verlief problemlos. Wir sind mit der sehr günstigen Airline PAWA Dominicana geflogen, eine dominikanische Fluglinie, die ausschließlich Ziele in der Karibik anfliegt. Der Flug war sehr angenehm, da wir direkt in der ersten Reihe saßen und sehr viel Platz hatten. Außerdem hatte ich einen Fensterplatz, und deshalb gute Sicht auf Kuba (inklusive einiger bekannter Städte), sowie Haiti und später auch auf die Dominikanische Republik selbst. Auch die ersten Schritte im Land verliefen problemlos – Passkontrolle, Geld umtauschen und Visum kaufen – schon nach kurzer Zeit saßen wir im Taxi auf dem Weg in unser Hostel in Santo Domingo.

Santo Domingo ist die Hauptstadt der Dominikanischen Republik. Schon kurz nach der Ankunft hatte ich eher gemischte Gefühle, was diese Stadt angeht. Zum einen waren wir sehr positiv überrascht von unserem Hostel. Selbst verglichen mit so manchen australischen Unterkünften war dieses hier sehr gut. Nicht nur waren die Schlafräume sehr ordentlich und zweckmäßig eingerichtet, wir hatten auch überall freies WLAN, Netflix im Aufenthaltsraum, jeden Morgen Frühstück und einen sehr gemütlichen Innenhof mit Hängematten und Pool. Wir haben beide sehr viel Zeit im Hostel verbracht, und uns erholt von der doch recht aufwändigen Reise durch ganz Kuba.

Auch die nahegelegene Innenstadt ist sehr schön. 1498 von Bartolomeo Columbus gegründet, zeigt die Stadt europäisch anmutende Kathedralen und Burganlagen auf. Das Zentrum ist sehr schön renoviert worden. Doch geht man ein Stückchen weiter kommt man durch interessante ärmliche Viertel. Die Lebensweise der Menschen dort hat mich wieder ein bisschen an Kuba errinnert.

Abgesehen von den vielen Dingen, die man sich in der Stadt anschauen kann, war ich von den Menschen dort ersteinmal ernüchtert. Anders als in Kuba haben wir hier oft direkt Ablehnung gegen Touristen gespürt. Schon der erste Dominikaner, den wir trafen, fing uns als vermeitliche Amerikaner zu beschimpfen an. In den Straßen der Stadt wird man auch sehr oft angesprochen und die Menschen wollen hartnäckig verkaufen oder fragen einfach so nach Geld. Um Kriminalität vorzubeugen sieht man in der ganzen Stadt sehr viele Polizisten. Auch private Sicherheitskräfte, Soldaten und sogar Einsatzkräfte der dominikanischen “Tourist Protection” sind überall unterwegs. Vor manchen Stadtteilen warnen die Polizisten, oder geben den Touristen Begleitschutz.

Ich war also etwas erstaunt und nicht so sehr begeistert, dass die Menschen hier weniger freundlich scheinen, als in Kuba. Aber sobald wir die Stadt verließen, kam die positive Überraschung. Wir sind seit Donnerstag in einer kleinen Stadt in den Bergen: Jarabacoa – mitten im Zentrum des Landes. Und hier sind die Menschen wesentlich angenehmer. Ein Einheimischer hat uns dann auch gesagt, dass selbst er als Dominikaner sich in Santo Domingo nicht so ganz sicher fühlt, weil die Menschen dort “loco”, also verrückt seien.

Hier in Jarabacoa fühle ich mich jetzt voll und ganz wohl. Das Hostel ist wieder richtig schön, und wir haben schon viele andere Backpacker kennengelernt, mit denen wir einiges zusammen unternehmen können. Die Umgebung ist ebenfalls perfekt zum Erkunden geeignet. Da wir hier mitten in den Bergen sind, haben wir eine Menge Wasserfälle, unter denen man zum Teil auch schwimmen kann. So zum Beispiel auch der “Jimenoa I”, der Steven Spielberg als Drehort für Jurassic Park diente.

Heute waren wir außerdem in den Bergen paragliden. Für nur $ 60 US kann man in Jarabacoa einen Tandemflug buchen. Das war eine sehr spannende Erfahrung für mich. Schon allein das Starten war aufregend. Man rennt einfach einen sehr steilen Hang hinab, und schon nach wenigen Metern wird man vom Gleitschirm in die Höhe gehoben. Wir sind ein paar Minuten lang in einem Tal gekreist, vom Aufwind immer wieder in die Höhe gezogen – und danach dem Tal folgend ins Flachland geflogen um zu landen.

Morgen wollen wir einen anderen Bergsport ausprobieren, und zwar Rafting, also Boot fahren in einem sehr wilden Fluss.

Die Möglichkeiten an Outdoor-Sport sind hier groß. Wanderungen, Kajak fahren oder eine Quadtour; bis wir am Montag weiterreisen, können wir sicher noch so einiges ausprobieren.

Am Montag soll es dann nach Puerto Plata weitergehen. Hier möchte ich auf einer PADI-Tauchschule den nächsten Kurs belegen, und zwar eine Weiterbildung zum “advanced open water diver“.

Aber davon später mehr.

Bis bald,
Jonas

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