Kulturschock in Punta Cana

Liebe Leser,

es ist mal wieder so weit, und eine weitere wunderbare Reise geht dem Ende entgegen. Nach drei hoch spannenden Wochen in der Dominikanischen Republik müssen wir heute ein letztes mal den Rucksack packen. Montagabend um 20:30 werden wir mit Eurowings das Land verlassen und über Nacht Richtung Köln fliegen.

Dieser Artikel wird also die letzten zwei Stationen unserer Karibikreise beschreiben: die Halbinsel Samana und das Touristenparadis Punta Cana, in dem wir seit Donnerstag leben. Letzteres war eine ziemliche Umstellung für mich, denn zum ersten Mal seit Wochen ist man wieder von unzähligen hellhäutigen, reichen Touristen umgeben.

Aber der Reihe nach. Wie ihr euch errinnern könnt, kamen wir letzten Samstag in Las Terrenas an, und wurden sofort von schlechtem Wetter empfangen. Leider wurde der Regen über das Wochenende immer schlimmer, sodass wir in unserem Hostel mehr oder weniger festsaßen. Während nur wenige Schritte entfernt ein wunderschöner Strand wartete, verbrachten wir zwei Regentage größtenteils im Haus und mussten zusehen, wie das gesammte Gelände immer mehr überflutet wurde. Nach kurzer Zeit ragten die einzelnen Häuser nur noch wie Inseln aus dem See, der einst unser Garten war.

Zum Glück hielt sich das schlechte Wetter nicht ewig, und in den letzten zwei Tagen, die wir in Las Terrenas blieben, gab es einiges nachzuholen. Zum Einen hat die Stadt einen schönen und nicht sehr touristischen Strand zu bieten.

Aber besonders wichtig war uns, die angrenzente Halbinsel Samana zu erkunden. Die Topattraktion der Halbinsel ist wohl der über 50 m hohe Wasserfall “Salto el Limon”. Von Las Terrenas aus war es recht einfach in einem Bus Richtung El Limon unterzukommen. Wobei man sich einen dominikanischen Bus eher als einen alten Geländewagen vorstellen muss, auf dessen Ladefläche man für wenig Geld aufsteigen kann. Das ganze natürlich komplett ohne Fahrplan. Daran muss man sich erstmal gewöhnen, aber mit diesen sogenannten Guaguas hatten wir ja schon im Vorfeld einige Erfahrung gesammelt.

Wir sind also ohne Zwischenfall in El Limon angekommen, und von dort aus ging es auf dem Rücken eines Pferdes weiter, immer tiefer in die Berge. Bei den Pferdeanbietern muss man sehr viel verhandeln, und das ist mir immernoch etwas unangenehm. Für mich ist es schwierig einzuschätzen, welcher Preis gleichermaßen günstig aber fair ist. Schließlich hatten wir ein akzeptablen Deal ausgehandelt, doch später wurde uns erst noch erklärt, dass wir den Guide extra bezahlen müssten. Wir haben also – mal wieder – einen dieser Tricks der Dominikaner erleben müssen.

Trotz dieser Zwischenfälle am Rande war der Ausritt wirklich schön. Wir ritten einen sehr abenteuerlichen Weg durch die Berge, inklusive einiger Flussdurchquerungen und sehr schönen Aussichten von verschiedenen Berggipfeln aus. Den Salto el Limon sah man ebenfalls schon von Weitem. Vom vielen Regen der Vortage war der Fluss reisend, und führte außerdem eine Menge Schlamm mit sich.

Der ganze Tag wäre aber um ein Haar in einer Katastrophe geendet. Und zwar habe ich auf der Rückfahrt meine neue Kamera in der Eile auf der Ladefläche des Guaguas liegengelassen. Erst eine Stunde später fiel mir der Verlust auf. Wer die dominikanischen “Busse” kennt weiß genau, dass es keine Chance gibt, die Kamera zurückzubekommen. Niemand weiß, wohin der Fahrer als nächstes fährt, oder wann er fährt. Wer möchte kann sich ja auch mal den Preis der Lumix anschauen, dann versteht ihr sicher dass ich richtig sauer war, als ich sie verloren hatte. Aber überraschenderweise gab es eine wunderbare Wendung: Entgegen aller Hoffnung stellte ich mich neben die Hauptstraße für den unwahrscheinlichen Fall, dass das Auto nocheinmal vorbeifahren sollte, und tatsächlich: nur fünf Minuten später hielt genau dieses Guagua neben mir und der Fahrer überreichte mir voller Freude meine Kamera.

Damit war der Tag natürlich gerettet. Ich bin immernoch ein bisschen fassungslos, dass ich meine Kamera nach wie vor in den Händen halte, aber manchmal gibt es solche wunderbaren Zufälle. Jedenfalls konnte ich den nächsten Ausflug wieder gutgelaunt starten, und wir hatten in der Tat Großes vor: Am folgenden Tag haben wir uns nämlich zwei Scooter gemietet, und sind damit die gesammte Halbinsel abgefahren. Von Las Terrenas, durch den großen Ort Samana bis hin zum Traumstrand von Las Galeras. Es war ein wirklich entspannter Tag, und auch die Fahrt selber war sehr schön, da die Straße überwiegend durch die malerischen Berge der Halbinsel führte. Die Halbinsel Samana ist wirklich eine der schönsten Landschaften die wir hier in der Dominikanischen Republik erleben durften.

Und schon am nächsten Tag haben wir uns auf die letzte Etappe unserer Reise gemacht: auf den Weg nach Punta Cana. Hier hat uns eine wirklich große Umstellung erwartet. Kaum angekommen hat man schon gemerkt, dass die Region um Punta Cana – und so auch der Ort Bavaro, in dem wir jetzt wohnen – einen großen Gegensatz zum restlichen Land darstellt. Statt der einfachen und ärmlichen Lebensart der Dominikaner ist man hier ausschließlich unter (wohlhabenden) Touristen. Der komplette Ort besteht aus Hotels, Resorts und Restaurants. Dementsprechend hoch sind auch die Preise hier. Wir sind in einem sehr einfachen Hostel einquartiert, und trotzdem kostet eine Nacht sagenhafte $ 20 US.

Der Strand ist aber wirklich schön, und gerade wegen dieser traumhaften Küste sind ja die meisten Touristen hier. Wir haben uns entschieden unseren Urlaub ruhig ausklingen zu lassen, und deshalb waren wir häufig am Strand, teilweise auch mit anderen Backpackern aus dem Hostel.

Und ein letztes Mal haben wir auch einen Scooter gemietet, um damit zum abgelegenen Macao Beach zu fahren. Außerdem konnten wir mit unserem Scooter auch ein wenig das Hinterland der Ostküste anschauen.

Ich habe diesen ruhigen Urlaubsabschluss in Punta Cana/ Bavaro sehr genossen, und bin natürlich auch ein wenig traurig heute wieder ins kalte Deutschland zurück zu kehren. Aber andererseits habe ich wieder viele Erfahrungen gesammelt und vielfältige Inspirationen für weitere Reisen erhalten – ich werde diesbezüglich sehr bald nochmal bloggen. Und in kurzer Zeit werde ich auf meinem Blog auch nützliche Tipps zum Thema Backpacking in der Karibik, speziell natürlich Kuba und die Dominikanische Republik, veröffentlichen.

Es lohnt sich also, bald wieder vorbeizuschauen.

Viele Grüße aus Bavaro in der Dominikanischen Republik.
Vielen Dank fürs Lesen und bis bald in Deutschland!

Jonas

 

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4 Antworten

  1. Alex sagt:

    Da werde ich wirklich neidisch wenn ich das so alles lese!
    Hast dir ein super Reiseziel dir ausgesucht 😉

    • Jonas sagt:

      Ja war wirklich eine sehr schöne Reise, und die nächste folgt mit Sicherheit bald. Wobei die Reise an der Ostküste Australiens auch super war oder? 😀 nur leider schon so lange her…

  2. Domi sagt:

    Nein… nein das gibt es nicht !
    Auf welcher Palme springst du da rum ?
    Das kommt mir alles seehehr bekannt vor ^^
    Bin soo neidisch

  3. Chris sagt:

    Tolle Erlebnisse!
    Mit der Kamera hast du aber wirklich mega schwein gehabt. Wahrscheinlich wusste der Guagua-Fahrer nichts damit anzufangen, mit einem Handy wäre das wohl nicht passiert, das wäre sofort auf dem nächsten Schwarzmarkt verkauft worden. 😉
    Zum El Limon kann man sonst auch wandern, da ist es ganz kostenlos. Ein toller Wasserfall auf jeden Fall.
    Viele Grüße aus Santo Domingo, schaut mal bei mir auf dem Blog vorbei wenn Ihr noch ein paar Insider-Infos aus der Dominikanischen Republik benötigt. 😉
    LG, Chris

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