Ausflug nach Manly

Liebe Leserinnen und Leser,

ich melde mich heute wieder mit Neuigkeiten aus Sydney. Ich habe ja jetzt eine Weile nicht mehr geschrieben und will mal berichten, wie es mir zurzeit geht, und was ich – neben meiner Arbeit – noch so unternehme.

Wie gesagt, der Großteil meiner Woche besteht immer noch aus Arbeiten. Ich stehe jeden Morgen um sechs Uhr auf, um von sieben bis 16 Uhr zu arbeiten und dann immer recht erschöpft wieder heimzukommen. Die Arbeit macht aber inzwischen mehr Spaß, da ich jeden Tag in neue Aufgaben eingearbeitet werde und somit viel mehr Abwechslung habe. Ich kann mir sehr frei aussuchen, wann ich was mache und wann ich ein Päuschen einlege. Mit den Kollegen komme ich immer noch und inzwischen sogar noch besser zurecht. Man hat sich nun kennengelernt und geht über das höfliche Zusammenarbeiten hinaus. Es gibt eigentlich immer interessante Gespräche (zurzeit zum Beispiel über Fußball).

Und selbstverständlich nutze ich meine Freizeit immer noch, um die Stadt zu erkunden und vor allem, um mich in Fotografie zu üben.

Hier eine Auswahl der wichtigsten Erlebnisse letzter Woche:

1. Nachtfotografie

Ein paar Abende habe ich damit verbracht, durch die Stadt zu gehen und an mir schon bekannten Plätzen nach guten Fotomotiven zu suchen. Ich poste hier ein paar Ergebnisse meiner Spaziergänge.

Außerdem bin ich an zwei Abenden der Woche im Hostel an der Centralstation, wo ich noch gute Freunde habe. Montags findet dort ein Kinoabend mit free Popcorn statt, und jeden Donnerstag gibt es einen BBQ mit leckeren Känguru-Burgern. Benjamin ist auch schon einmal mitgekommen.

2. Shopping in Chinatown

Am Samstagmorgen habe ich mich mit Benjamin getroffen, um nach Glebe/Chinatown im Zentrum der Stadt zu fahren. Begonnen haben wir auf einer Art Trödelmarkt, dem Glebe-Market, wo es zwar lauter interessante, aber auch recht unnütze Sachen gab. Hippe Klamotten und alte Schuhe teilten sich die Tische mit ausgelesenen Büchern und Spielzeugen. Für uns interessant war dann eher der Burger-Stand.

 Danach ging es zu Paddys Market, und dieser riesige Markt in Chinatown ist wirklich eine ganz eigene Erfahrung. Er findet Mittwoch bis Sonntag in einer großen, alten Halle statt. Die chinesischen Verkäufer bauen lange Tische auf, die mit sehr günstigem, frischem Gemüse bedeckt sind. Es gibt auch gute Gewürze und einen Verkäufer, der Zuckerrohr presst und daraus Limonade herstellt.

Eine weitere Ecke der Halle ist von vollgestopften Kleidungsständen belegt, wo ich mir sehr günstig einen Schal und Handschuhe kaufen konnte.

 Und hier noch ein paar Bilder der Umgebung:

3. Saturday Night in Sydney

Der Samstagabend ist immer etwas ganz Besonderes in Sydney. Und zwar, weil es jeden Samstag ein großes Feuerwerk im Darling Harbour gibt, und dazu im ganzen Hafenbereich gute Musik abgespielt wird. Mit Benjamin bin ich pünktlich um 8:30 Uhr auf der Hafenbrücke gewesen, um dem Feuerwerk zuzusehen.

Davor waren im Botanischen Garten der Stadt…

…und danach noch am Macquaires Chair, einem meiner Lieblingsorte in der Stadt. Der Chair ist ein Felsen auf einer Halbinsel in der Hafenbucht, von dem aus man einen umwerfenden Blick auf die Stadt inklusive Oper hat. Dort haben wir den Sonnenuntergang beobachtet.

4. Manly

Nun kommen wir zum namensgebenden Ereignis für diesen Artikel. Am Sonntag habe ich – ebenfalls mit Benjamin – einen Ausflug in den Vorort Manly unternommen. Ihr erinnert euch: Hier war am Anfang mein Sprachunterricht und ein paar Mal war ich hier auch schnorcheln. Wir hatten Glück, denn am Sonntag schien die Sonne sehr warm. Also konnten wir gemütlich durch die Promenade schlendern, die „Manly Sunday Markets“ anschauen und danach zum kultigen Shelly Beach gehen, um dort zu picknicken.

Dieser Sonntagsausflug war für mich der Höhepunkt der Woche. Ich freue mich wirklich, dass Benjamin hier ist. Damit habe ich einen sehr guten Freund in meiner Stadt, mit dem ich mich immer unkompliziert treffen kann.

5. Veganer Abend mit Cowspiracy

Und da das Wochenende so schön war, haben Benjamin und ich uns auch Montagabend nach der Arbeit verabredet. Es gibt hier eine Organisation, die die „Films for Changes“ veranstaltet. Zweimal im Monat zeigen diese Leute kostenlos weltverbessernde Filme, und da ich mich ja sehr für Filme interessiere und gerne etwas dazulerne, sind wir am Montag in eine Vorstellung des Films „Cowspiracy“ gegangen.

Cowspiracy ist ein US-amerikanischer Dokumentarfilm aus dem Jahr 2014, gedreht von Kip Andersen und Keegan Kuhn. Der Film behandelt den Einfluss der Schlachtviehhaltung auf die Umwelt. Die Aussage des Filmes ist, dass die weltweite Fleischproduktion einen viel größeren Anteil an klima- und umweltschädigenden Treibhausgasen hat, als alle anderen Abgasemissionen zusammengenommen. Trotzdem findet diese Tatsache kaum Beachtung bei führenden Umweltorganisationen. Im Verlauf des Filmes führt der Filmemacher deswegen Interviews mit bedeutenden Organisationen, darunter Greenpeace, Sierra Club, Surfrider Foundation und Rainforest Action Network.

Wir waren also bei dieser Filmvorführung, und zusammen mit circa 30 weiteren Zuschauern wurden wir von einer Gruppe freundlicher Aktivisten empfangen. Den Film selbst habe ich weitestgehend verpasst. Da ich in der Nacht zuvor das Deutschlandspiel geschaut hatte (von 2 bis 4 Uhr morgens), war ich recht müde und bin bei Zeiten eingeschlafen. Benjamin sagte mir dann, dass der Film interessant war.

Der Abend klang entspannt aus bei freundlichen Gesprächen mit den anwesenden Veganern und deren Ermunterung, DEN Schritt zu wagen – sowie bei leckeren veganen Knabbereien und einem Tässchen Sojamilch.

Soweit erstmal zu meinen Unternehmungen. Ihr wisst nun, dass es mir so weit gut geht. Ich genieße diese Freiheit sehr, hier in Sydney alles selber planen und entscheiden zu können, meine Abende ganz spontan irgendwo zu verbringen und vor allem an den Wochenenden schöne Ausflüge zu machen.

Einzige Sorge ist zurzeit die Kamera. Meine lange Reise hat deutlich Spuren hinterlassen. Sand im Objektiv lässt den Fokus verdächtig knirschen und auch auf mehreren der innenliegenden, unerreichbaren Linsen ist Schmutz. Das verschlechtert die Fotoqualität langsam, aber sicher. Ich hoffe so sehr, dass die Kamera noch zwei Monate durchhält. Aber in Deutschland werde ich mir eine neue kaufen müssen, das steht fest.

Also, freut euch auf den nächsten Eintrag (und lasst euch überraschen, ob es noch Bilder geben wird).

Liebe Grüße,
Jonas

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1 Antwort

  1. Ben sagt:

    Hey Jonas,

    beautiful pics my friend, especially those taken at night. I am looking forward to our future trips in Sydney and its surroundings 😉

    Regards, Ben

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