Cast away – Camping im Dschungel

Hallo liebe Leser,

wie im vorherigen Artikel versprochen, erfolgt nun der Bericht über unseren Ausflug in den “Daintree Regenwald”.

Ich hatte dank Ostern von Donnerstag bis Montag frei. Nachdem ich am Donnerstag endlich mal wichtige Dinge in Cairns einkaufen konnte (neues Handy, SIM-Karte, Haarschnitt, Zelt und ein paar Klamotten), starteten wir am Freitag unseren Osterausflug. Mit wir ist die (fast) komplette Avocado-Familie gemeint. Ungefähr 20 Pflücker und Verpackerinnen waren bei unserem Wochenende im Dschungel dabei.

Unser erstes Ziel war das Örtchen “Mossman”. Hier gibt es nicht nur eine Aboriginie-Komune, sondern auch den Fluss “Mossman Gorge”. Ein Weg führt hinaus aus dem Ort und hinein in eine Schlucht im Regenwald, in der der Mossman River verläuft. Ich war selbst überrascht, aber der Regenwald sieht hier wirklich so aus wie ich in bisher aus Filmen kannte. Viele dichte Bäume mit Lianen und anderen wilden Pflanzen teilen sich den Raum mit vielen klaren Flüssen. Die Gegend ist hier noch dazu sehr bergig, und abseits ein paar weniger Wege kann man nicht in den Regenwald hinein. Nur die Aboriginies haben noch ein paar zusätzliche heilige Pfade. Im Mossman River konnte man sehr schön schwimmen. Das Wasser war sehr tief aber leider auch sehr kalt 🙂

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Nachdem ich ein paar Stündchen in Mossman Gorge verbracht hatte, habe ich als Kunstliebhaber noch eine Kunstgalerie der Aboriginies angeschaut. Fotografieren war hier leider verboten, ich muss aber sagen, dass diese farbenfrohen und ausdrucksstarken Bilder echte Meisterwerke waren. Ein Bild kostet jedoch 2500$, ist also für mich unerschwinglich.

Von Mossman aus ging es noch am selben Abend weiter, tiefer in den Regenwald hinein. Ziel war das kleine Örtchen “Cape Tribulation”, welches aus drei Häusern und einem Campingplatz besteht. Um da hinzukommen muss man erst mit einer Autofähre über den breiten “daintree River” übersetzen, und dann noch 30 Minuten durch den Wald fahren.

Auf einem sehr schönen Campingplatz haben wir die Zelte aufgeschlagen und den Abend am Strand bei einem Lagerfeuer verbracht. Der Strand liegt nur drei Minuten vom Dorf entfernt. Am Morgen habe ich dann erst gesehen wie schön er ist. Der Regenwald geht hier bis ans Meer, nur von einem weißen breiten Strand getrennt.

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Für mich war dieses Fleckchen Erde sehr beeindruckend, da man wirklich komplett allein und in komplett unberührter Natur war. Eine gute Erfahrung war auch, die Kokosnüsse unter den Palmen am Strand aufzusammeln, mühsam zu schählen und dann zu essen. Die Kokosnüsse wie wir sie aus dem Supermarkt kennen sind eigentlich noch von einer sehr starken, fasserigen Rinde umgeben, die wir wie die ersten Menschen mit spitzen Steinen abhacken mussten.

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Im Meer zu baden wäre sehr verlockend gewesen, es wäre aber zu gefährlich, da es hier sehr gefräßige Krokodile gibt. Es gibt aber sehr viele krokodilfreie Flüsse in der Gegend, also war immer eine Abkühlung möglich.

Am Meer selbst habe ich aber komischerweise kein einziges krokodil gesehen. Die Einwohner erzählten uns dann aber dass die Krokodile wegen der Hitze alle unter Wasser seien.

Am Meer konnte man sich stattdessen auf eine der Klippen setzen und die Schildkröten beobachten, die zum Atmen regelmässig auftauchen mussten.

Abends haben wir dann wieder ein Feuer gemacht, diesmal aber grösser — und nach und nach hat sich gefühlt jeder australische Bewohner des Ortes und jeder Tourist dazugesellt. Nachts um drei waren wir immernoch wach und irgendwann bin ich dann am Strand unter der klar zu sehenden Milchstrasse eingeschlafen.

Am Sonntagmorgen haben sich ein paar Hartgesottene dann noch tiefer in den Dschungel aufgemacht. Dazu sind wir mit zwei Geländewagen eine 30 km lange Offroadstrecke gefahren, bis zu einem kleinen Aboriginiedorf. Die Strecke führte über einen sandigen Weg bergauf und bergab durch den Regenwald, und ab und zu mussten wir einen Fluss durchfahren!

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Ich selber habe mich in das offene Fenster des Geländewagens gesetzt und versucht zu fotografieren und zu filmen. Durch das extreme Geschaukel war das aber mehr als schwierig.

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Wenn es etwas sehr Schönes zu sehen gab, haben wir aber auch angehalten. Hier mal ein paar Fotos von dem Ausblick über ein sehr tiefes Tal mit Fluss und von einem Mangrovenstrand, den wir passiert haben.

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Unser eigentliches Ziel war aber wie gesagt das Aboriginiedorf und der nahegelegene Wasserfall, der für die Aboriginies heilig ist. Hier konnten wir nicht nur einen der beeindruckendsden Wasserfälle in Queensland bewundern, wir konnten sogar vor dem Wasserfall schwimmen.

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Ich bin dann auch die zimlich griffige Felswand/ -schräge hinaufgeklettert um mit der GoPro ein paar Fotos zu machen.

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Dieser Wasserfall war für mich der grösste und gewaltigste den ich jemals gesehen habe. kein Wunder dass wir circa vier Stunden dort waren, bis wir uns nach einer kurzen Rundfahrt durch das einsame Dorf auf den Rückweg machten.

Wir sind dann Sonntagabend noch in das “Daintree Village” gefahren – ein Dorf an einem krokodilreichen Fluss. Aber man sagte uns, dass die Krokodile wegen der Hitze schon recht lange abgetaucht waren. Es gab für uns also leider keine Krokodile zu sehen.

Aber alles in allem war das doch ein sehr aufregendes Wochenende. Baden in Dschungelflüssen, Lagerfeuer am Strand, Kokosnüsse frisch von der Palme, eine spannende Geländewagenfahrt und eine Kletterpartie neben einem heiligen Wasserfall – dieser Roadtrip hat sich (auch ohne Krokodile) sehr gelohnt.

Heute habe ich dann einen Tag zuhause verbracht. Hauptsächlich mit schlafen, organisieren und Postkarten/ Blog schreiben. Am Abend bin ich noch draussen spazieren gewesen, um Fotos zu machen, Kaktusfeigen zu ernten und im Fluss zu schwimmen.

Morgen muss ich leider wieder um sechs raus und eine 12—Stundenschicht antreten, aber ein Ende ist ja schon abzusehen.

Liebe Grüsse aus dem Down Under
Jonas

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4 Antworten

  1. Ben sagt:

    Hi Jonas,

    good to read back from you again. Congrats on your promotion from picker to packer! You should have now plenty of practice packing stuff due to you work at the post 🙂

    But I am happy that you have also time beside work for trips and adventures – the pics are amazing and really impressive.

    See you,

    Ben

  2. Margit sagt:

    Hallo Jonas,

    schön, wieder einmal von dir zu lesen! Ich hatte vor drei Wochen deinen letzten Beitrag von deinem Mißgeschick mit dem verpassten Flug und was daraus noch wurde mit großem Erstaunen gelesen. Eine Story ohnegleichen! Das ist wohl so eine Backpackererfahrung, die man nicht vergisst und evtl. auch mal sein muss. Denn Missgeschick und Glück so dicht beisammen erlebt man nur, wenn man so offen und frei ist wie bei einem work-and- Travel-Aufenthalt in der Ferne, nicht aber im meist durchorganisierten Alltagsleben in der Heimat.
    Jetzt also ist schon eine Weile harte Arbeit in der Farm angesagt, “nur” um mit dem verdienten Geld die wichtigen Sachen wie Handy und natürlich das nächste Weiterreisen zu gewährleisten. Und das ist nun auch wieder so eine Erfahrung für sich: In der Heimat geht man anders arbeiten.
    Schön, dass ihr über Ostern zu mehreren unterwegs sein konntet. Und das im Dauersommer Australiens mit vielen Bademöglichkeiten, viele Grün, leichter Bekleidung (hier sind wir froh, dass zu Ostern die ersten wärmenden Sonnnestrahlen ins Freie lockten und langsam die Natur erwacht)! Wie seid ihr mit den Autos durch den Fluss gefahren, ohne das Wasser eingedrungen ist?
    Kokosnüsse schälen, Mangrovenstrände, einen heiligen Wasserfall besteigen – beneidenswert! Wie lange dauert das Farmleben / die Farmarbeit noch an, wenn du schreibst, das Ende ist in Sicht? Wie geht es dann weiter? Frithjof ließ verlauten, ihr würdet euch vielleicht noch mal treffen. Aber er musste ja seine Pläne inzwischen auch wieder ändern, Geldverdienen ist manchmal wichtiger als Reisen. Übermorgen hat er Geburtstag und in 2 Monaten kommt er schon zurück – wie doch die Zeit vergeht! Wie lange bleibst du in Down Under?

    Viele Grüße, Margit

    • Jonas sagt:

      Hallo Margit,
      schoen dass du den Blog immernoch liest 🙂 ich hoffe ja dass ich Frithjof nochmal an der Ostkueste treffen kann, auch wenn er jetzt noch eine Weile in Sydney arbeiten muss. Ich selber werde nur noch zwei Wochen arbeiten und danach habe ich ungefaehr 6000$ erwirtschaftet. Das sollte reichen um mich nach Sydney und von dort nach Darwin zu bringen (vielleicht noch laenger). Insgesamt moechte ich gern bis Oktober hier bleiben. Mein urspruenglicher Plan war im Juli abzureisen, aber ich habe mich nun entschieden dass ganze Jahr von meinem Visum auszuschoepfen. Mir gefaellt sowohl das Arbeiten hier, als auch das Reisen. Und meinem Englisch tut es auch gut 😀

      Das Auto im Wasser ist ein Gelaendewagen, der kann bis zu nem halben Meter ins Wasser. Der Ausflug zum Wasserfall war echt schoen und auch die Autofahrt im Regenwald war eine gute neue Erfahrung. Um moeglichst oft aehnliches zu erleben, moechte ich gerne laenger hier bleiben 🙂

      Schade dass Frithjof in zwei Monaten schon geht. Vielleicht sollte ich ihm mal vorschlagen auch bis Oktober zu bleiben und die komplette Westkueste mit mir zu bereisen 🙂 Das waere cool glaub ich.

      Liebe Gruesse
      Jonas

      • Margit sagt:

        Hallo Jonas,

        es klingt wirklich gut, dass Du so positive Erfahrungen machst und deshalb länger bleiben willst.
        Die Entscheidung, das Visum auszuschöpfen, ist deshalb ziemlich nachvollziehbar. Solche Erfahrungen sind ja nicht einfach austauschbar.
        So läuft es wohl ziemlich optimal für dich, denn es gab und gibt andere Backpacker, bei denen es nicht so gut läuft und die evtl. eher zurück kommen.
        Frithjof würde sicher auch gern länger bleiben und wird es abwägen mit seinen hiesigen Vorhaben. Je mehr Zeit ihr in Australien verbringt, desto stärker denke ich zuweilen über diesen riesigen Kontinent nach und was er alles in sich trägt. Das würde mich wohl auch neugierig machen, wenn ich erst mal dort wäre….. Ihr seid jung und habt viel Neugier und Energie dafür. So bleibe ich zumindest von hier aus weiter gespannt auf deine weiteren Erlebnisse.

        Viele Grüße! Margit

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