Auf Robbenjagd in San Cristobal

Liebe Leser,

Innerhalb so kurzer Zeit folgt nun schon der dritte Artikel über unsere Galapagos-Reise. Seit unserer Rückkehr zum Festland am Freitag haben Eric und ich mehr oder weniger einen Reisestopp eingelegt. Das heißt wir schauen uns nicht mehr so viele Dinge an, sondern stecken viel Zeit ins Organisieren und Arbeiten. Das Bloggen ist ja nur ein kleiner Teil meiner Aufgaben, ich muss auch ab März eine Wohnung sicherstellen, verschiedene Filmprojekte für die Uni und einen Filmauftrag für das Theater planen. Und so bin ich die letzten Tage sehr gut beschäftigt gewesen. Wir waren für drei Tage in der Großstadt Guayaquil und seit gestern in Cuenca hoch in den Anden. Beide Städte sind gut um einfach ein bisschen Pause zu machen, anzukommen und zu arbeiten!

Aber zurück zum Thema, denn wie ihr wisst ist ja nur noch eine Insel offen, die ich euch heute vorstellen möchte: San Cristobal. San Cristobal ist die östlichste aller Galapagos-Inseln, ungefähr 5500 Menschen leben hier. Wir haben uns ja doch recht lange auf Santa Cruz und dann Isabela aufgehalten, sodass wir uns für Cristobal nur noch drei Tage Zeit nahmen. Aber das war für uns genau richtig, denn auf dieser Insel kann man recht wenig unternehmen, wenn man, so wie wir, auf teure Touren verzichten will. Es gibt zwar sehr schöne Wanderungen, von denen viele aber nur per Boot erreichbar sind, genau wie die meisten Tauch- und Schnorchelspots. Aber, wie auch auf den anderen Inseln, es gab einige schöne Dinge die man ohne extra Ausgaben unternehmen kann!

1. Interpretation Center und Mirador Cerro Tijeretas
Da wir eine sehr zeitige Fähre von Santa Cruz aus nahmen, erreichten wir Cristobal schon gegen neun Uhr morgens. Die Stadt, in der wir unterkamen, heißt Puerto Baquerizo Moreno. Der Ort ist gut gepflegt und einigermaßen fortschrittlich, eigentlich genau wie Puerto Ayora. Der große Unterschied ist aber, dass es hier direkt im Ort ein paar Strände gibt, auf denen sehr viele Seelöwen liegen. Es sind sogar deutlich mehr als in Puerto Ayora, hier kann man ganze Großfamilien beobachten. Die Seelöwen liegen aneinander gekuschelt im Sand, während ihre Babys im flachen Wasser erste Schwimmversuche wagen. Die Robben, von uns liebevoll als Robin und Roberta bezeichnet, sind auch keine besonders schlauen Tiere, sie machen viele Dummheiten über die man als Beobachter herzlich lachen kann.

Da wir wie gesagt am ersten Tag noch so viel Zeit hatten, machten wir uns auf den Weg zum Interpretation Center. Das Center liegt im Norden der Stadt, und ist eine sehr interessante Ausstellung über die Inseln. In verschiedenen Häusern kann man sich hier informieren, wie die Einheimischen leben und überleben, wie die einzelnen Inseln über die Jahre hinweg besiedelt und aufgebaut wurden, und welche Schwierigkeiten man im Moment noch hat. Auch die Geologie der Inseln wird angesprochen, die Art wie sie entstanden sind, und welche Meeresströmungen die Pflanzen- und Tierwelt prägen. Die Ausstellung ist sehr spannend und modern, also auf jeden Fall einen Besuch wert.

Das Museum liegt direkt vor der Stadt, und von hier aus führen verschiedene Wege in das dichte Buschland der Insel. Man kann mehrere Strände und Buchten erreichen, in denen man schwimmen und schnorcheln kann. Besonders schön fand ich den Aussichtspunkt Mirador Cerro Tijeretas auf der oberen Kante einer Klippe, von dem aus man im Meer sogar den berühmten Kicker Rock erspähen kann. Wir waren zu Füßen dieser Klippe schnorcheln, das Wasser hier ist sehr klar, und man kann einige Fische, kleine Riffhaie  und mit etwas Glück auch Schildkröten und Robben beobachten.

Der Weg führt auch am Playa Mann vorbei, hier kann man für $ 2 sehr leckere Empanadas kaufen, die mit Fisch und Schrimps gefüllt sind.

2. Die Lagune El Junco
Von Baquerizo Moreno geht eine Straße ins Inland der Insel. Diese Straße führt zu diversen Attraktionen wie der Lagune El Junco, einer Schildkrötenaufzuchtstation und dem Strand Puerto Chino. Aber leider gibt es keine Busse, und so gut wie keine Einheimischen mit denen man fahren könnte. Die einzige Option für Touristen ist also ein Taxi zu mieten. Und da versucht man hier bekanntlich immer viel Geld rauszuschlagen, eine Tour zur Lagune und zurück (Dauer circa 2h) kostet $ 35. Wenn man die Straße bis zum Ende abfahren möchte, und sich die verschiedenen Stopps anschauen will, zahlt man deutlich mehr. Eric und ich wollten eigentlich nur die Lagune besuchen, aber nicht so viel Geld ausgeben. Wir haben also gezielt andere Taxis angehalten, die bereits Menschen transportierten, und gebeten uns bei der Lagune rauszuwerfen. Auf diese Weise kamen wir für $ 5 pro Person bis zur Lagune, und zum selben Preis zurück in die Stadt.

El Junco ist eigentlich ein Vulkankrater, in dem nun aber ein Süßwassersee liegt. Von der Straße aus läuft man circa zehn Minuten eine Treppe den Berg hinauf, und schon nach kurzer Zeit erreicht man den Kraterrand. Ein kleiner Weg führt hinunter zum Ufer des Sees, und innerhalb einer halben Stunde kann man auch den gesamten Krater einmal umrunden. Die Wanderung war sehr schön, allerdings war es hier oben sehr neblig, sodass wir eigentlich nur durch die Wolken gelaufen sind, und kaum freien Blick auf den See oder die Insel hatten. Trotzdem hat es mir gut gefallen, denn hier oben erfährt man eine ganz neue Art von Ruhe. Wir haben aber auch festgestellt, dass gegen Mittag immer mehr Menschen ankamen, man sollte also versuchen, so wie wir, schon sehr früh da zu sein.

3. Playa Loberia
Mein Favorit auf San Cristobal ist wohl der Playa Loberia. Der Strand befindet sich auf der Südseite der Stadt, noch hinter dem Flughafen. Auf dem Weg kommt man an einem großen Kieswerk vorbei…

… und dann geht es durch die Büsche bis zu einem Strand. Die Küste ist hier überwiegend felsig, der Sandstrand an sich ist eher kurz und zum Baden vielleicht nicht so gut geeignet wie der Playa Mann. Aber hier am Playa Loberia sieht man sehr viele Seelöwen, und zwar auch besonders viele kleine Babys. Dieser Strand ist einer der wenigen Orte, an denen man so viele Robben auf einmal in absolut freier Wildbahn sieht. Die Robben sind nicht ängstlich, und so kann man hier sehr gut Fotos machen.

Vom Playa Loberia aus führt ein weiterer kleiner Pfad entlang der felsigen Steilküste. Hier habe ich wieder sehr gut Blaufußtölpel beobachten können.

Insgesamt muss man allerdings sagen, dass San Cristobal die Insel ist, die man am ehesten überspringen kann. Ich persönlich bin mit der Stadt nicht wirklich warm geworden, und die Wanderungen und Ausflüge, die man hier kostenlos machen kann, findet man noch schöner auf den anderen Inseln. Wer also wenig Zeit hat sollte sich lieber länger auf Santa Cruz und Isabela aufhalten. Wer allerdings die verschiedensten Ecken der Inselgruppe ausführlich kennenlernen will, kann hier ein paar Tage bleiben und wird garantiert ein paar schöne Tage haben.

Die gesamte Reise auf die Galapagos-Inseln war ein lang gehegter Traum von mir, den ich mir nun endlich erfüllen konnte. Es hat sich voll und ganz gelohnt. Die Natur war beeindruckend, und besonders die Tierwelt einfach umwerfend. So viele exotische Tiere so nah – teilweise habe ich mich wie im Zoo gefühlt. Ich habe hier so viele Dinge gesehen und erlebt, die ich so noch nicht kannte. Galapagos ist ein Ort, an den ich tatsächlich gern mal zurückkehren würde, vielleicht das nächste Mal mit mehr Geld, denn dann kommt man noch besser zu den abgelegenen Teilen der Inseln. Und so kann ich nur jedem empfehlen, sich selbst auf den Weg zu machen. Eine nützliche Liste mit allen Reisetipps werde ich bald veröffentlichen!

Zwei Wochen ist auf jeden Fall eine gute Dauer, um die Inseln recht ausführlich kennenzulernen. Eric und ich sind inzwischen wieder auf dem Festland, und haben bald das Organisatorische erledigt. Die Reise wird also bald wieder aktiv fortgesetzt, als nächstes in den Anden!

Bis bald also, bleit gespannt!
Jonas

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