Erste Schritte in Kuba
von Jonas · 13. Januar 2017
Hallo liebe Leserinnen und Leser,
seit Montag sind wir in Kuba, und heute ist es mir endlich mal gelungen, mich mit dem Internet zu verbinden. Das ist hier in Kuba nicht ganz einfach. Die einzige Möglichkeit für einen Online-Zugang sind die öffentlichen WLAN-Netze der staatlichen Firma ETESCA. Die gibt es an manchen öffentlichen Plätzen und Gebäuden. Heute sitze ich zum Beispiel im Stadtpark von Santa Clara, zusammen mit einigen anderen Touristen und vielen Kubanern, die ebenfalls keine andere Möglichkeit haben, ins Internet zu kommen.
Katrin und ich sind am Montag gut gelandet. Zwar hat man dem engen Flugzeug deutlich angemerkt, dass der Flug extrem günstig war. Aber nach circa zehn Stunden waren wir ohne Zwischenfälle in Kuba und das ist ja die Hauptsache.
In Varadero holte uns Miguel vom Flughafen ab. Er ist der Vermieter unserer ersten Unterkunft in Matanzas. Mit seinem ziemlich in die Jahre gekommenen VW fuhren wir in die Stadt. In seinem Häuschen hatte er einen abgegrenzten Bereich, in dem wir als Touristen übernachten konnten. Unsere erste kubanische „casa particular“ bot uns ein Schlafzimmer, ein winziges und einfach eingerichtetes Bad, sowie eine kleine Terrasse, auf der Frühstück serviert wurde. Das alles zu einem ziemlich günstigen Preis von circa 28 € pro Nacht für uns beide.
In Matanzas bekamen wir erste Eindrücke von Kuba. Der Ort liegt an einer schönen Meeresbucht am Hang, und war früher bedeutender Exporthafen für kubanischen Zucker. In die Bucht münden drei Flüsse. Unsere erste Unternehmung war eine Bootstour den Río Canímar hinauf. Der breite Fluss schlängelt sich über viele Kilometer durch ein wildes, grünes Tal. Für 35 Pesos – ungefähr 35 € pro Stunde – haben wir uns zu zweit ein kleines Motorboot geliehen.
Am Nachmittag haben wir zum ersten Mal eine kubanische Stadt besucht. Mehrere Stunden lang sind wir durch die vielen Straßen und Nebenstraßen von Matanzas gelaufen. Für mich war das eine sehr beeindruckende Erfahrung – denn vieles, was man hier sieht, wirkt schon sehr ausgefallen. Natürlich sind es in erster Linie die vielen alten, verbeulten Autos und die einst prunkvollen, nun aber recht verbrauchten Gebäude, die das Stadtbild prägen. Aber auch das kubanische Leben, das zu großen Teilen auf der Straße stattfindet: Kinder, die mitten auf einer Kreuzung Baseball spielen, der Brothändler, der vom Gepäckträger aus verkauft, alte kubanische Männer, die Zigarre rauchend eine Partie Domino spielen, bis hin zu den Leuten, die am Straßenrand sitzen und schlafen.
So belebt die Stadt war, so kaputt waren viele Ecken auch. Gerade als wir uns aus dem Stadtzentrum entfernten, merkten wir deutlich, wie die Viertel immer ärmlicher wurden. Viele Häuser waren dann eher Hütten, und an den Rändern der Straßen stapelte sich teilweise der Müll. Doch die Kubaner scheinen sehr gesellig, und auch uns Touristen gegenüber waren alle freundlich. Es kam kaum vor, dass man versucht hat, uns irgendwie in Geschäfte zu locken und uns irgendwelche Produkte aufzuschwatzen – wie das zum Beispiel in Dubai der Fall war. Ohne jegliche Unannehmlichkeiten bewegten wir uns durch die Stadt, und das gelegentliche „Taxi, Sir?“ konnten wir immer mit einem einfachen „No, thank you“ beantworten. Manche Kubaner wollten uns auch einfach nur kurz ansprechen, und in gebrochenem Englisch in ihrer Heimat begrüßen.
In Matanzas haben wir zwei Nächte verbracht. Gestern – am Mittwoch – wurden wir von Miguel zurück zum Flughafen gefahren, wo wir unseren Mietwagen entgegennahmen. Der über TUI gebuchte Wagen stand pünktlich zur Abholung bereit, und aus dem angekündigten chinesischen Geely wurde sogar ein Peugeot. Das Auto macht nach einem Tag Nutzung einen recht guten Eindruck – eine positive Überraschung, nachdem ich doch auf einigen Blogs ziemliche Schreckensgeschichten las. Mit dem neuen Mobil sind wir direkt in den Touristenort Varadero gefahren. Diese Halbinsel ist besonders bei Pauschalreisenden beliebt. Dementsprechend ist es eine sehr touristisch ausgelegte Stadt mit vielen Souvenirläden und Strandbars. Es ist nicht das wirkliche Kuba, wie uns Einheimische immer wieder sagten, aber gut geeignet für einen erholsamen Tag am Strand. Wir haben trotz Hochsaison recht schnell eine Casa gefunden, und hatten anschließend viel Zeit zum Sonnenbaden, Schwimmen und Bummeln. Und auch einen kubanischen Mojito konnten wir probieren.
Nach diesem ruhigen Reiseeinstieg ging es heute richtig los. Auf unserem Weg in den kubanischen Osten haben wir schon über 200 Kilometer zurückgelegt. Nach ein paar Stunden Fahrt über teilweise sehr holprige Straßen haben wir Santa Clara erreicht. Von hier aus soll es noch bis nach Santiago de Cuba weitergehen, bevor wir dann entlang der Südküste und über das westlich gelegene Pinar del Río nach Havanna fahren. Davon bald mehr…
Jetzt erstmal liebe Grüße aus der warmen Karibik.
Jonas


























Na das sieht doch erst mal gut aus! Und für 35 EUR ein 25-PS-Boot fahren ohne Führerschein wird in Deutschland wohl nicht geboten…
Super auch die metallic-blaue ES Trophy (“Schweine-ES”). Ob Jonas weiß, dass die keine 100 km von zu Hause – im schönen Zschopau – gebaut wurde, so wie die anderen MZ`s dort überall auch? Damit sind WIR früher auch rumgefahren.
Also – ganz früher…
Na, die Kubaner wissen eben, dass Qualitätsmotoräder aus DDR-Produktion auch Jahrzehnte später noch taugen!
Tolle Fotos Jonas, ich freue mich das es Dir (und Ihr) gut geht. Viele tolle Erlebnisse.