Tauchen im Great Barrier Reef
von Jonas · 25. April 2016
Liebe Leserinnen und Leser,
Hier melde ich mich wieder mit Neuigkeiten aus Australien. Nachdem ich am Sonntag die Farm verlassen hatte und der Montag letzter Woche mit viel Organisation eher ruhig war, haben wir ab Dienstag begonnen, Cairns und die Umgebung aktiv zu erkunden.
Dazu gehört nicht nur, dass wir bei jeder Gelegenheit in der Lagune schwimmen waren. Nein, wir haben jeden Tag einen Ausflug unternommen.
Am Dienstag waren wir in Kuranda, einem kleinen Dörfchen vor Cairns, welches sehr schön abgeschieden mitten im Regenwald liegt. Das Dorf ist sehr ruhig und verschlafen, nur vormittags erwachen die Dorfbewohner, um bis 15 Uhr für die einfallenden Touristen da zu sein. Aber danach schließt jeder Laden und das Dorf wird schlagartig leer, fast niemand ist mehr unterwegs. Kuranda lebt vom Tourismus und hat sich einen leicht hippiemäßigen Look verpasst. Alternative (Touristen)shops findet man hier im Übermaß, ebenso wie zahlreiche Drogendealer. Wir sind aber weder wegen der Souvenirs noch wegen der Drogen hierhergekommen. Wir wollten stattdessen zum Barron-Fall, einem sehr großen Wasserfall im Barron-River, der direkt vor Kuranda liegt. Dazu fuhren wir mit dem Bus von Cairns bis nach Kuranda, um dann die letzten 4 Kilometer durch schönen tropischen Wald zum Wasserfall zu wandern. Eine Aussichtsplattform am Rand der kraterartigen Schlucht macht es Zuschauern möglich, den Wasserfall zu bewundern.
Nun, da die Regenzeit vorbei ist, führt der Fluss nur noch sehr wenig Wasser, ist aber allein durch seine Höhe trotzdem noch sehr beeindruckend. Am Grunde des Falls liegt ein kleiner See, und ein Farmer, den wir zufällig trafen, zeigte uns einen kleinen Pfad hinter dem Zaun des Lookouts, sodass wir an der Talwand hinab- und bis zu dem See hinunterlaufen konnten. Unten angekommen haben wir dann ein bisschen gebadet. Es ist auch immer wieder schön, unter einem Wasserfall zu duschen.
Aber trotz der Erfrischung waren wir, kaum wieder oben angekommen, wieder total verschwitzt und von tropischen Pflanzensamen übersät. Dementsprechend haben wir am Abend noch einen Stopp in der Lagune in Cairns eingelegt, eine Art Freibad mitten im Stadtzentrum.
Am späten Abend haben wir dann noch zwei Freundinnen aus Sydney vom Bus abgeholt – Jana und Julia –, die in den letzten Wochen die Küste hinaufgereist waren.
Gemeinsam haben wir am nächsten Tag etwas sehr Schönes unternommen: Cairns liegt ja in einer tief einfallenden Bucht, und die seichten Ränder der Bucht sind von Mangrovenwäldern überwuchert. Der größte Mangrovenwald liegt in der Nähe des Hafens und verbirgt ein stark verzweigtes Flusssystem, das „Trinity Inlet“.
Zusammen mit zwei Bekannten von Jana und Julia haben wir ein Boot gemietet, oder besser gesagt, ein motorbetriebenes Floß. Damit sind wir fünf Stunden lang in jedes Flüsschen gefahren und um jede Insel, immer auf der Suche nach den bis zu acht Meter langen Krokodilen, von denen es laut dem Vermieter im Inlet eine ganze Menge geben soll.
Leider haben wir auf der ganzen Tour kein einziges Krokodil gesehen. Das einzige interessante Tier war ein sogenannter Weißbauchseeadler.
Krokodile sind für mich also weiterhin ausstehend, ich hoffe, dass ich später in Darwin noch welche sehen kann.
Am Donnerstag starteten wir ein großes Abenteuer im Great Barrier Reef. Die Tour ins Riff war definitiv ein Höhepunkt meiner bisherigen Australienreise. Wir haben extra ein bisschen mehr Geld investiert, um ein einzigartiges Erlebnis zu haben – und wie soll ich sagen: mit Erfolg! Das Riff liegt ja circa 50 Kilometer vor der Küste und von Städten wie Cairns gibt es täglich viele Touren in das Riff. Am günstigsten ist es, mit einer großen Fähre zu fahren. Dann wird man mit ungefähr 150 anderen Leuten für ein paar Stunden im Riff ausgekippt und fährt am selben Abend wieder zurück.
Wir haben uns aber entschieden, auf einem kleinen Segelboot hinauszuschippern, mit insgesamt nur fünf Passagieren. Inbegriffen war eine Übernachtung an Bord, also hatten wir viel mehr Zeit, um das Great Barrier Reef ausführlich zu erkunden. Bevor es losgeht, hier mal ein Foto von unserem Schiff, dem „Rum Runner“:
…unser Kapitän und Koch Jaz (immer laut singend und tanzend in der Küche)…
…und zum Schluss ein Foto unserer Truppe (obere Reihe) und den drei unbezahlten Backpacker-Matrosen (vorn).
Am Donnerstagmorgen ging es für uns sehr zeitig los, da die Fahrt zum Riff ungefähr drei Stunden dauert, und wir den ganzen Tag trotzdem wollten. Gegen 12 Uhr mittags wurde die Bootsleiter das erste Mal ins Wasser geklappt, und wir alle konnten die umliegenden Riffs anschwimmen und erkunden. In den zwei Tagen haben wir vier verschiedene Stellen im Riff angesteuert und waren sieben oder acht Mal im Wasser. Ich war auch nicht nur schnorcheln, sondern habe eine Einführung im Scubadiving bekommen, war also dann auch mit Sauerstoffflasche unterwegs.
Eines habe ich mir fest vorgenommen: Ich werde auf jeden Fall den internationalen Tauchschein machen, und immer mal wieder tauchen gehen. Denn was man unter Wasser zu sehen bekommt, ist einfach unglaublich. Meine kleine Unterwasserkamera kann die grellen Farben der Fische und Korallen nur ansatzweise wiedergeben. Im Riff sind so viele bunte Fische unterwegs, die aber leider nicht fürs Foto posieren wollen, sondern lieber flüchten.
Das Leben an Bord war ebenso wie die vielen Tauchgänge etwas ganz Besonderes. Viele gute Momente werde ich noch lange in Erinnerung behalten. Zum Beispiel das Sonnenbaden an Deck, das Abendessen unter den Sternen und auch das Schlafen in kleinen schrägen Kojen.
Wir haben uns sehr gut mit den Mitpassagieren verstanden, und ebenso mit den Matrosen und dem Kapitän. Alles in allem waren die zwei Tage eine wundervolle Erfahrung!
…und seitdem unternehmen wir unseren legendären Roadtrip die Ostküste entlang. Bevor wir am Mittwoch für ein paar Tage auf Hinchinbrook Island übersetzen, melde ich mich nochmal.
Aber bis dahin: Liebe Grüße,
Jonas

Hallo Jonas,
Ich mit Spannung deinen Reisebericht gelesen. was du so alles erlebst ,-) Mein Sohn Robert ist letzte Woche aus Australien zurückgekehrt. Wir alle sind schon gespannt auf den Reisebericht mit Bildern und Videos. Aber das wird noch eine Weile dauern, bis die 1000… Sachen sortiert sind. Ich wünsche dir noch eine tolle Reise und bleibe gesund!!! LG Steffen Windisch
Oh – ein Update!
Mit neuen Schuhen, Hemden und neuem Auto geht`s in den 2. Teil unserer Australienreise.
Also: eurer Reise in echt und unserer am Fernseher 🙂
War ja schon mal ein guter Start, mit so netter Gesellschaft bisschen schippern und tauchen zu gehen.
Schön, dass die Fische wenigstens noch bunt sind, wenn schon das Riff allmählich immer weißer wird 🙁
Und das Auto? Ist das ein Toyota Previa? So mit verlängertem Schlafplatz, wenn man hinten die Klappe auflässt – und mit Blick auf´s Meer? Gab`s den auch in Tarnfarben?
Fahrt jedenfalls keine Emu´s platt (oder was das für Viecher darstellen soll)
und lasst euch herzlich grüßen!