Endlich wieder auf Reisen
von Jonas · 18. April 2016
Liebe Leserinnen und Leser,
wie angekündigt habe ich die Farm verlassen. Ich bin seit gestern in Cairns, und ich muss sagen, dass ich die zurückgewonnene Freiheit schon wieder in vollen Zügen genieße.
Natürlich war es schwer, mich von allen zu verabschieden. Da wir bereits am Donnerstag mit der Arbeit aufgehört hatten, ich aber erst am Sonntag nach Cairns gezogen bin, hatte ich zwei Tage Zeit, um meine Kollegen in ihren Hütten und Häuschen zu besuchen und „Auf Wiedersehen“ zu sagen. Das war schon traurig für mich, da wir über die Zeit ja sehr zusammengewachsen sind, und die „Avocado-Familie“ ja auch einiges zusammen unternommen hat, zum Beispiel den Wochenendausflug zum Cape Tribulation. Als ich mich dann von den Farmern selbst verabschiedet habe, kamen die zwei kleinen Kinder des Farmmanagers – Charlie und Baylie – nochmal vorbei und haben mich gebeten, mit ihnen zu spielen. Also habe ich den Vorabend meiner Abreise damit verbracht, mit ihnen im Garten Fangen zu spielen.
Die Zeit auf der Farm war für mich eine sehr wertvolle Erfahrung. Es hat sehr viel körperliche Kraft gekostet, aber ich habe viele wunderbare Menschen getroffen und es war auch sehr interessant, mal zu sehen, wie aufwändig Lebensmittel, die wir selbstverständlich konsumieren – in meinem Fall Papayas und Avocados – eigentlich produziert werden.
Auch die ganze Geschichte, wie ich überhaupt auf die Farm gekommen bin, ist für mich immer noch unglaublich. Beim Abschied jedenfalls hat mir die Farmerin Louis eingeschärft, dass, falls ich jemals wieder in eine solche Notlage kommen sollte, ich sie sofort anrufen muss. Sie hilft mir dann, egal, wo ich mich gerade befinde.
Naja – vorgenommen habe ich mir, zumindest in Zukunft noch viel vorsichtiger zu planen. Wie auch immer, ich bin jetzt jedenfalls wieder unterwegs.
Gestern bin ich dann die 100 Kilometer von unserer Farm im einsamen Outback bis nach Cairns getrampt.
Was auch wirklich ohne Probleme geklappt hat. Man lernt beim Trampen jedenfalls sehr interessante Leute kennen. Gestern wurde ich erst von zwei sehr gebrechlichen Rentnern gefahren, und anschließend von einer Familie, die auf dem Weg war, ihren Sohn zum Flughafen zu bringen. Er wird von Cairns aus nach Darwin fliegen und dann seinen (freiwilligen) Militärdienst antreten.
Am Abend habe ich auch noch Alex getroffen, mit dem ich nun die nächsten fünf Wochen zusammen reise. Wir haben gestern und heute vor allem unsere Reise organisiert, und haben dafür auch einen sehr schnittigen Campervan gemietet. Als Ausgleich zu diesen sehr organisationslastigen Stunden werden wir gleich noch ins Kino gehen ( „The Junglebook“). Den Nachmittag haben wir in einem nahegelegenen Mangrovenwald an der Meeresküste verbracht.

Hi hört sich ja spannend an was du da machst 🙂
Hast du zufällig auch in Deutschland Erfahrungen mit dem trampen? Würde mich über ne Antwort sehr freuen 🙂
Viele Grüße Sophie
Hi Sophie,
Danke für den Kommentar 🙂 Ich habe leider keine richtige Erfahrung mit trampen in Deutschland. Ich habe damit erst in Australien angefangen. Da das trampen hier aber seeeeeehr einfach ist, und wir Deutschen ja ähnlich hilfsbereit (und oft weniger verpeilt) als die Australier sind, bin ich mir sicher dass trampen in Deutschland recht einfach sein sollte.
Ich wurde auch schon oft von europäischen Touristen mitgenommen 🙂 Tschechen, Engländer oder auch Deutschen.
Probiers einfach aus, ich denke nach ein paar Minuten an der Straße hält jemand an.
Wo solls denn hingehen?
Liebe Grüße und danke fürs Lesen
Jonas