Ningaloo Reef

Liebe Leserinnen und Leser,

nach einer Woche voller wunderbarer Erlebnisse melde ich mich wieder bei euch, um euch auf den neusten Stand zu bringen – und natürlich, um wieder ein paar Fotos zu teilen.

Im letzten Artikel habe ich ja von Shark Bay erzählt und angekündigt, dass die nächste Station meiner Reise das wunderschöne Ningaloo Reef rund um Exmouth ist. Hier habe ich mich rund eine Woche lang aufgehalten und viel unternommen:

Die Blowholes

Noch ein paar hundert Kilometer vor Exmouth – also quasi auf der Anfahrt – habe ich die „Quobba Blowholes“ besucht. Dieser Küstenabschnitt in der Nähe von Carnarvon ist etwas ganz Besonderes, denn die hier steil abfallende Felsküste hat eine Eigenart. Unter dem Wasserspiegel befinden sich in den Fels gespülte Tunnel, die irgendwo zwischen den Klippen enden. Immer wenn eine Meereswelle anrollt, werden gigantische Wassermassen in diese Tunnel gepresst, und als große Fontänen am Ende der Röhren herausgepresst. Die Blowholes erhielten ihren Namen, weil man oben an der Klippe stehend ständig Fontänen zwischen den Felsen sieht. Es ist ein beeindruckendes Schauspiel.

Besonders schön für mich war, dass ich hier auch das erste Mal echte Buckelwale vor der Küste sehen konnte. Zwar leider nur in sehr weiter Ferne, aber auf dem Foto ist immer noch zu erahnen, wie sich der riesige Meeressäuger aus dem Wasser schraubt.

Coral Bay

Nach diesem kurzen Stopp ging es aber schnell weiter in Richtung Riff. Einen Tag lang habe ich noch in dem Ferienort Coral Bay verbracht. Der Ortsname sagt eigentlich schon alles: Es handelt sich um eine große Bucht (mit sehr schönem Sandstrand) und nur ein paar Schwimmzüge vom Strand entfernt befindet sich das Korallenriff in all seiner Schönheit. Der Ort selbst ist sehr klein und besteht eigentlich nur aus zwei Campingplätzen, einem Hostel und einem Supermarkt. Einheimische scheint es nicht wirklich zu geben.

Hier habe ich den ganzen Tag am Strand und vor allem schnorchelnd im Wasser verbracht.

Scuba-Diving Course in Exmouth

Nach diesem Strandtag bin ich nach Exmouth weitergefahren, einem kleinen Ort an der Spitze einer Halbinsel, um die herum ein Korallenriff liegt. Dieser Ort ist sehr gemütlich, mit rustikaler Wildwest-Atmosphäre. In Exmouth habe ich mich mit Susa getroffen, einer Backpackerin aus Deutschland: Wir haben dort zusammen einen Tauchkurs gebucht. Während man für Schnorcheln eigentlich nur schwimmen können muss, gibt es beim echten Flaschentauchen sehr viel zu beachten, und deshalb sollte jeder Taucher einen Kurs belegen, um sich dieses Wissen anzueignen. International verbreitet sind zum Beispiel die PADI-Tauchzentren, und natürlich ist Exmouth mit seiner Lage direkt am Riff der perfekte Ort für eine Tauchschule. Wir haben den „PADI Open Water Course“ gebucht, einen Kurs, der uns am Ende einen internationalen Tauchschein einbringt, mit dem wir weltweit unter bestimmten Bedingungen tauchen dürfen (bis 18 Meter Tiefe und nur in offener See, also nicht in Wracks oder Höhlen).

Meinen ersten Tag in Exmouth habe ich damit verbracht, ein 250 Seiten starkes Buch über Tauchtheorie zu lesen, um mich auf die Theorieprüfung, die am Montag anstand, vorzubereiten. Nach vielen Stunden des Lesens und einigen ausgefüllten Übungstests war ich so weit fit, den Test am Montag sehr gut zu bestehen. Unser Tauchlehrer ist ein, um das mal australisch auszudrücken, chilliger Dude aus Brisbane, der uns sehr gut auf den Test vorbereitet hat.

Nach einem halben Tag Theoriewiederholung und ‑prüfung ging es in den örtlichen Pool, um erste Praxiserfahrung zu sammeln. Natürlich lernten wir am Anfang, die ganze Ausrüstung zu bedienen und unser eigenes Gear zusammenzubauen.

Danach haben wir alle möglichen Übungen im Pool durchgeführt. Von einfachen Schwimmübungen über den Druckausgleich unter Wasser bis hin zu Notfallsituationen (z.B. Luftzufuhr unterbrochen) war alles dabei. Obwohl der Pool an sich natürlich nicht übermäßig sehenswert war, habe ich diesen ersten Tauchtag sehr genossen, und hatte am Ende ein sehr gutes Gefühl, dieses Wissen im Ozean anwenden zu können.

Unseren zweiten Tauchtag haben wir dann direkt im Riff verbracht. Auch hier gab es anfangs noch ein paar Übungen – zum Beispiel das Retten eines erschöpften Tauchers oder den Notaufstieg, wenn die Luft alle ist, und kein anderer Taucher helfen kann.

Danach haben wir uns bei zwei Tauchgängen das Riff angeschaut. Im Great Barrier Reef hatte ich ja auch schon drei Tauchgänge, aber das Ningaloo Reef finde ich viel schöner: Die Korallen sind alle noch sehr lebendig, und nicht wie im GBR am Absterben. Und vor allem: Das Unterwasserleben ist umwerfend. Wir haben an diesem Tag und auch am folgenden Tauchtag so viele beeindruckende Tiere gesehen: Schildkröten, Seeschlangen, riesige bunte Fischschwärme, Oktopusse und Rochen, aber auch prominente Riffbewohner wie Riffhaie (bis zu drei Meter lang) und Mantarochen – die weltgrößte Rochenart. Auch viele der normalen Fische waren beeindruckend, durch ihre bunten Farben oder ihre Körpergröße.

Unser Tauchlehrer kannte viele gute Spots zum Sichten der Tiere, und jedes Mal, wenn wir das Schiff verließen, tauchten wir in eine andere Welt ein. Ich habe nicht so viele Fotos machen können, weil ich ja eigentlich „Unterricht“ hatte und weil einige Tiere, besonders die Haie, sehr scheu sind.

Unser zweiter Tauchtag führte uns in eine felsige Gegend mit weniger Fischen, aber dafür schönen Unterwasserklippen, Spalten und Tunneln.

Wir haben aber vor und nach jedem Tauchgang viele Übungen und Praxisprüfungen unter Wasser durchgeführt und somit am dritten Tag unseren internationalen Tauchschein erhalten. Ich bin jetzt also offizieller Scuba-Diver der PADI-Familie.

Hier auch noch ein paar Bilder von unserem Boot, das zwar sehr klein und eng war, wo aber mit den vielen anwesenden Tauchern immer eine gute Stimmung herrschte:

Vom Boot aus haben wir auch wieder sehr viele Wale gesehen. Zwar zeigen sie meist nur ihren Rücken oder die Flossen, aber ein paar Mal sprang ein großer Wal auch relativ nah aus dem Wasser (leider war die Kamera nicht griffbereit, es bleibt also nur eine Erinnerung).

Nach Abschluss der Tauschschule entschieden wir uns, an einer Walhai-Tour teilzunehmen. Das Ningaloo Reef ist bekannt für die vielen Walhaie, die hier auf Nahrungssuche gehen. Sie sind die größten Fische der Welt, aber sie ernähren sich nur von Plankton. Deshalb ist es ungefährlich, mit ihnen zu schnorcheln und ihnen beim Schwimmen zuzusehen. Ich habe ein paar Fotos gemacht – auch vom anschließenden Schnorcheln in einer schönen Bucht. Aber viele der folgenden Fotos sind von unserer professionellen Bordfotografin. Sie hatte sich eine 10.000-Dollar-Kamera zugelegt, und fährt bei jeder Walhai-Tour mit, um für die Gruppe zu fotografieren.

Auch die Abende in Exmouth waren sehr schön. Es ist zwar nicht so viel los hier, aber nach einem ganzen Tag voller Bewegung habe ich mich immer über ruhige Abende gefreut. Mit Susa war ich oft in der Bar zum Billardspielen oder im Burgerrestaurant, und manchmal haben sich die Tauchkollegen auch nur im Hostelgarten auf ein Bier getroffen.

Cape Range Nationalpark in Exmouth

Als am Donnerstag unser Tauchkurs offiziell zu Ende war, haben wir uns noch mit den Kollegen auf ein Bier in der Kneipe getroffen. Am Freitag dann hatte ich mit einem der Tauchlehrer, sowie mit Susa und Josh einen Ausflug in den Cape Range Nationalpark gemacht. Der gesamte Küstenabschnitt auf der Riffseite der Halbinsel ist eigentlich Nationalpark. Einerseits wegen der vielen Korallen in den Buchten, aber auch weil sich im Hinterland wunderschöne Felszüge mit tief eingeschnittenen Tälern erstrecken. Mein Auto hat zwar nur zwei Sitze, deshalb mussten wir zwei Leute im Schlaf-/Kofferraum verstecken, aber es hat ohne Polizeikontrolle geklappt und war auf jeden Fall eine lustige Fahrt.

Unser Tauchlehrer Dean hat uns in einer schönen Bucht zum Schnorcheln eingeladen. Um das Riff zu erreichen, musste man circa 30 Minuten ins Meer hinausschwimmen. Dort gelangten wir an einen Graben in dem sonst eher flachen Korallenriff, der „Blue Lagoon“ genannt wird. Hier haben wir wieder viele bunte Fische, eine Schildkröte, und vor allem wieder ein paar Haie gesehen.

Leider war auch der Rückweg sehr weit, und als wir nach fast zwei Stunden das Wasser verließen, war alle sehr durchgefroren.

Bei einer Wanderung durch den sonnigen Nationalpark konnten wir uns wieder aufwärmen. Hier ein paar Bilder:

Ich habe meine Zeit in Exmouth sehr genossen. Mit den Tauchkollegen habe ich mich sehr gut verstanden, und das Riff sowie der Nationalpark sind einfach umwerfend schön. Deshalb war ich auch sehr traurig, den Ort heute Morgen verlassen zu „müssen“. Ich bin heute zum Karijini-Nationalpark gefahren, wo ich mich auf ein paar Wandertage mit der schon vielfach erwähnten französisch-deutschen Reisegruppe treffen werde.

Ich freue mich schon sehr darauf und berichte demnächst mal wieder.

Bis bald und liebe Grüße,
Jonas

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2 Antworten

  1. Papa sagt:

    Is ja wieder allerhand, was man so in einer Woche im australischen Winter erleben kann! Und sooo klares Wasser…! Ist der Hai wirklich auf 5 m herangekommen, wie´s aussieht? Und die Schildkröte: Wer konnte schneller schwimmen?
    Nun glaube ich, wird`s gar nicht mehr so viele Blogeinträge geben 🙁
    und wünsche jedenfalls gute restliche 10 Australien-Tage!

    • Jonas sagt:

      Ja so viele Einträge wird es nicht mehr geben. Zumindest nicht aus Australien – aber ich überlege mir schon wie ich den Blog weiterführen und weiternutzen kann 🙂

      Aber zwei oder drei Einträge über Australien folgen auf jeden Fall bald noch 🙂

      Der walhai schwamm wirklich ungefähr drei Meter neben uns. Da täuschen die Bilder nicht 😀 Und die Schildkröte? Naja die war glaub ich schneller 😛

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