Ein Besuch in den Blue Mountains

Hallo ihr Lieben,

nach sehr langer Zeit schreibe ich endlich mal wieder. Die letzten zwei Wochen habe ich sehr viel gearbeitet und deshalb leider kaum Gelegenheit gehabt, etwas zu unternehmen… Ich habe vorletzte Woche von Montag bis Sonntag gearbeitet, täglich zwischen neun und zehn Stunden. Und letzte Woche ging es genauso am Montag weiter – bis Freitag. Das Wochenende hatte ich dann aber frei um mich nach zwölf Tagen Arbit ein bisschen zu erholen.

Am Samstag waren wir einfach nur am Strand, denn in Sydney wird es in letzter Zeit spürbr wärmer.

Und gestern – am Sonntag habe ich es endlich mal in die Blue Mountains geschafft. Das Wetter hat super gepasst und ich habe sogar noch eine Bekannte aus dem Hostel als Wanderbegleitung gewinnen können :), und so sind wir zu zweit am Sonntag morgen sehr zeitig in Sydney in den Zug gestiegen. Aus Sydney fahren regelmäßig Züge in die Blue Mountains. Die Züge sind noch ziemlich alt und brauchen auch recht lang, aber nach circa drei Stunden Fahrt 🙁 haben wir eine kleine Ortschaft namens “Wentworth Falls” in den Mountains erreicht. Dieses Dorf liegt auf einem der riesigen Sandsteinplateaus, die die Mountains ausmachen. Von hier aus starten sehr viele abenteuerliche Wege in die Blue Mountains.

Hier erstmal ein Eindruck, wie man sich die Blue Mountains vorstellen kann:

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Im Prinzip handelt es sich um einen riesigen Eukalyptuswald, der sich unendlich weit in die Ferne erstreckt (von Ost nach West dehnt sich dieser Wald auf einer Länge von 300 km aus). Der Wald wächst auf einem riesigen Sandsteinplateau, in das die vielen Flüsse und Bäche tiefe Täler gegraben haben. Mich hat diese Landschaft ein bisschen an die sächsische Schweiz erinnert, weil eben auch so viele einzelne Sandsteinfelsen aus dem Wald herausragen. Aber die Blue Mountains haben eine ganz andere Dimension, die Felsen sind teilweiße mehrere hundert Meter hoch. Die Beschreibung “Blue/ Blau” erhielten sie deshalb, weil der Eukalyptuswald ein etherisches Öl aussondert, was an manchen Tagen wie ein bläulicher Nebel über den Tälern liegt.

Wir haben uns für einen sehr langen und wilden Walk entschieden. Anfangs sind wir steil bergab vom Plateau in Richtung Tal gewandert und haben das sogenannte “Valley of the Water” durchquert, ein Tal mit mehreren kleinen Wasserfällen und einem kleinen Flüsschen in der Mitte.

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Von dort aus gelangten wir zum Anfang des sogenannten “National Pass” – ein sehr schöner, malerisch wilder Pfad auf halber Höhe des Felsplateaus. Links neben dem Pfad, ragte der Felsen weitere hundert Meter in die Höhe, und man konnte einige Kakadus und Papageien sehen, die zu ihren Nestern an der Felswand flogen. Rechts ging es in die Tiefe und man hatte einen wunderschönen Ausblick über den Wald im Tal.

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Am Ende dieses Passes gelangte man über steile Metalltreppen und Leitern zum Fuße des “Wentworth Falls” – einem sehr hohen Wasserfall, der einen kleinen See füllt.

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Wenn man dann unter diesem Wasserfall steht, sieht das schon sehr beeindruckend aus, auch wenn alle Flüsse, Bäche und Wasserfälle hier um diese Zeit ein bisschen ausgetrocknet sind.
Zurück ging es dann auf einem Pfad am Grunde des Tals. Der Pfad führte durch die verwilderten Eukalyptuswälder, aber obwohl wir fleissig Ausschau gehalten haben, konnten wir leider keine Koalas sehen. Dafür sahen wir am Ende der Wanderung noch eine Gruppe Menschen die sich in einem Flusslauf Richtung Tal bewegten und gerade dabei waren, sich einen Wasserfall hinunter zu lassen.

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Als wir dann am späten Nachmittag wieder den Bahnhof des Dorfes erreichten, entschieden wir uns noch tiefer in die Mountains hineinzufahren, um das Städtchen “Katoomba” zu besuchen. Diese Stadt ist der größte Ort in den Blue Mountains. Trotzdem ist er winzig und auch ein bisschen verwahrlost. Die Gebäude sind alle recht alt, verfallen halt so nach und nach. Die Stadt ist so verschlafen und in der Zeit stehen geblieben, und hat dadurch ihren eigenen Charm.
Es gibt hier auch eine sehr gut aussehende Jugendherberge, sodass man auf den Straßen einige Backpacker sah, die hier gerade wohnen und vermutlich jden Tag wandern gehen. Am Ende des Ortes standen wir dann plötzlich vor einem Abgrund und hatten einen beeindruckenden Blick auf das Wahrzeichen der Blue Mountains – die “Three Sisters”.

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Diese drei Felsen sind für Touristen das Hauptziel in den Mountains, aber am Abend war hier kaum noch etwas los. Überhaupt haben wir den ganzen Tag über eine sehr schöne Wanderung auf recht unbegangnen Wegen gehabt, und für mich hat es beeindruckend, mal einen komplett neuen Teil Australiens – der noch so unberührt ist – hautnah zu erleben. Ich habe mir auf jeden Fall vorgenommen noch einige Male in die Blue Mountains zurückzukehrn, während ich in Sydney arbeite 🙂

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7 Antworten

  1. Eric sagt:

    Eine wirklich sehr schöne Landschaft und gute Fotos. 🙂

    Mit BlueMountains kann ich in Sachsen leider nicht dienen, aber wie wär’s mit einem Besuch in der Sächsischen Schweiz, wenn du wieder hier bist? 🙂 Oder ein Besuch in der Böhmischen Schweiz?

  2. Papa sagt:

    Oh, die schönen Berge und auch Papageien….! Falls du aber deinen “Wahlkreis” dort mal hin verlegen wölltest, sei gewarnt: Die Papageien werden schnell sehr zutraulich und z.B. Frau Merkel hat in ihrem Wahlkreis schon viele gefiederte Freunde gefunden!
    http://www.stern.de/politik/deutschland/angela-merkel-im-vogelpark-marlow-bundeskanzlerin-trifft-papageien-3061196.html
    Die Biester fressen dir dann selbst die kürzesten Haare vom Kopp!

    Anders die Koalas: sind zwar drollig, aber wollen eigentlich nix – von niemandem! Sitzen im Baum (bitte OBEN suchen!) und pennen 20 Stunden am Tag, bekifft vom vielen Eukalyptus.
    Näheres dazu und wie man Koalas mit der Euro-Zone vergleichen kann, hier:
    http://www.epochtimes.de/politik/europa/die-euro-zone-und-die-yuan-zone-a834770.html

    Jedenfalls weiterhin einen guten Sommeranfang!

  3. Nico . sagt:

    Wie ist es in austalien und wie hoch sind die Felsen ? und wie bist du zu deinem neuen haarschnitt gekommen ?
    Halte durch 😀 dein Nico Reuter.

    • Jonas sagt:

      Hi Nico, schön von dir zu hören 🙂 Mir gefällt es hier immernoch sehr gut, also das “Durchhalten” wird echt nicht schwer 😀

      Die Blue Mountains sind schon um einiges höher als die Felsen in der sächsischen Schweiz. Ich habe zum Beispiel an einer Klippe gestanden, bei der es senkrecht ganze 200 m runter geht. Das sieht schon beeindruckend aus, wenn sich ein kilometerweiter Wald vor dir erstreckt und du einfach noch weit über den Bäumen bist 🙂

      Den Haarschnitt habe ich von einem Mitbewohner bekommen, der für ein paar Tage in der Jugendherberge war. Ja ich arbeite ja jetzt viel und da es hier sehr warm ist, ist ein Kurzhaarschnitt deutlich komfortabler.

      Schöne Grüße nach Lomnitz,
      Jonas

  4. Erwin sagt:

    Mensch Jonas,

    siehst ja richtig sommerlich schick aus. Schön das es noch geklappt hat mit dem Wetter in den Blauen Bergen.
    Wer springt den da so kühn in die Badewanne? Oder hast du da gefotoshopt?
    An Katoomba hab ich 3 nette Erinnerungen.
    Die erste: ne alte Frau steht ganz aufgelöst an ihrer Gartentüre und fragt um Hilfe. Sie hatte ne Spinne (natürlich sehr, sehr giftig) in ihrer Bude hinter dem Schrank. Ich weiß komischerweise nicht mehr genau wie es ausgegangen ist. Hab aber überlebt, das steht mal fest.
    Die zweite: Ich habe das erste mal in meinem Leben Tofu gekauft. (warum, weiß ich nicht) In der Herberge fragte ich den Chef, ein echter Aussi, wie man das wohl zubereitet? Er sagte trocken: Burn it…
    Die dritte: Ich traf nen Schotten (oder so) und er erzählte mir, wie er seine Reisekasse aufbessert.
    Er wartete am Parkplatz gegenüber den Three Sisters bis ein Touristen Bus kam. Dann kletterte er Solo auf den Felsen, stieg schnell zurück (Schwierigkeit: 3) und ging mit seinem Hut die Runde, um Unterstützung für seine Lebensversicherung werbend. Fand ich ziemlich clever.
    Und nun wirkt der Ort ein wenig ausgestorben. Vielleicht kam ja die Spinne zurück oder/und der Herbergsvater ist bei seinem ersten Tofu Versuch mit Brandverletzungen in die nächste Stadt zwangsausgesiedelt? (Krankenhaus) Wer weiß, kannst ja nochmal recherchieren Jonas.
    Hat sich mit der Burger Werbung schon was ergeben? Bist du schon ein TV Star?
    Es ist schön von dir zu hören (und zu sehen), machs gut bis denne.
    PS: Schöne Grüße auch von Felix, Lilli und Muddi Claudia

    • Jonas sagt:

      Hi 🙂

      Ja ich erlebe hier in Australien auch immer sehr viele lustige Dinge und man trifft wirklich immer viele verrückte Menschen. In meinem Hostel wohnt zum Beispiel ein älterer Mann mit dem ich oft rede. Er hinkt ein bisschen, hat langes graues Haar und keiner weiß wie er das Hostel bezahlt, weil ihn niemand je arbeiten sieht. Er versteht scheinbar auch sehr gut Deutsch, spricht es aber nie. Ich versuche immer irgendwelche Innformationen über ihn und seine Vergangenheit herrauszubekommen. Aber er weicht immer geschickt aus, ud ist – wie man im Englischen sagt – ein komplettes “Dark Horse”.

      Auch unter denn Travelers sind sehr viele besondere Menschen. Ich finde es sehr interessant mit so vielen teils ausgefallenen Menschen in einem Hostel zu leben und zusammen Dinge zu unternehmen.

      Das Foto von dem Springer ist übrigens echt 😀 Da waren ein paar junge Männer die dort für eine ganze Weile immer wieder gesprungen sind (mit Helm 😉 ). Ich bin es aber leider nicht selbst -.-

      Die Werbung wurde inzischen veröffentlicht. Wir wurden aber leider rausgeschnitten 🙁 Ich denke das liegt daran dass eine der Statistinnen – freundlich ausgedrückt – absolut kein Fernsehgesicht hatte. Aber da sie die Tochter irgendeines Angestellten war, wollte man ihr aus Höflichkeit glaub ich leider nicht absagen. Naja, ich schaffe es irgendwann schon noch ins Fernsehen 🙂 Einige andere Backpacker haben jetzt den absoluten Jackpot gelandet. Sie arbeiten für das Dschungelcamp und werden im Dezember alle Aufgaben für die nächste Ausgabe testen 😀 Ich selbst habe jetzt immerhin eine Anfrage von einem Reisebuchverlag bekommen, für einen neuen Backpacking-Führer einen Gastbeitrag (Erfahrungsericht) zu schreiben. Hoffen wir dass der dann wenigstens veröffentlicht wird 🙂

      Morgen werde ich den “Royal National Park” im Süden Sydneys besuchen, sodass ihr bald wieder von mir hören = lesen werdet.

      Liebe Grüße
      Jonas

  5. Carmen sagt:

    Hallo Jonas, sind ja wieder fantastische Aufnahmen . Man kann richtig neidisch werden, noch dazu bei solch grauen Wetter wie heute.
    Habe dir schon 2 mal über Whatts App geschrieben, scheint aber nicht zu klappen mit der neuen Nummer.
    Kannst ja noch mal was senden.
    Liebe Grüße von Opa und Carmen

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