Santa Cruz auf den Galapagosinseln
von Jonas · 2. Februar 2019
Liebe Leserinnen und Leser,
herzlich willkommen zurück! In den letzten zwei Wochen hatte ich leider weder Zeit noch Internet, um zu schreiben. Nach einer kleinen Pause geht es nun aber weiter. Wir waren auf den Galapagosinseln, was schon lange ein Traum von mir gewesen ist. Und wie zu erwarten war: Die Galapagosinseln sind etwas ganz Besonderes, Einmaliges. Ich konnte die Zeit hier sehr genießen.
Galapagos besteht, wie ihr vielleicht wisst, aus insgesamt 13 größeren Inseln. Davon sind vier Inseln bewohnt, die restlichen kann man nur im Rahmen einer Tour (unter Aufsicht eines Guides) besuchen. Wir haben die Reise auf der Isla Santa Cruz begonnen. Hier liegt die Stadt Puerto Ayora, in der die meisten Einwohner (und Besucher) leben. Nach einigen Tagen sind wir von hier aus zur Isla Isabela gefahren, nach drei Tagen wieder zurück nach Santa Cruz. Von hier haben wir einen weiteren Abstecher auf die Isla San Cristobal unternommen. Somit haben wir drei der vier bewohnten Inseln angeschaut und uns jeweils ein paar Tage Zeit genommen, die doch recht unterschiedlichen Inseln auf uns wirken zu lassen. Um nicht vollkommen den Rahmen zu sprengen, werde ich drei einzelne Artikel hochladen, zu jeder Insel einen.
Los geht es mit Isla Santa Cruz:
Santa Cruz ist also die erste der Galapagosinseln, die ich kennenlernen durfte. Der Flughafen befindet sich, genauer gesagt, auf der Insel Baltra direkt neben Santa Cruz, sodass wir noch vor unserer Ankunft in der Stadt eine Fährfahrt und eine Busfahrt durch das Inselinnere erleben konnten. Schon hier war offensichtlich, dass sich die tierischen Inselbewohner wie Robben, Schildkröten und Echsen ohne jede Scheu überall auf der Insel tummelten. Bereits an der Fähre vom Flughafen lagen ein paar dösende Seehunde auf dem Steg, auch Rochen schwammen in der Bucht. Bevor wir dann mit dem Bus Puerto Ayora erreichten, sahen wir schon einige große Schildkröten, die in der Nähe der Straße grasten.
Die Insel Santa Cruz ist sehr vielseitig, die meisten Dinge hier waren neu für mich. Fangen wir mit der Stadt an. Die größte Stadt der Insel heißt Puerto Ayora und liegt direkt an der Südküste der Insel. Im Inneren des Eilands befinden sich weitere Dörfer, doch die meisten Menschen wohnen in Puerto Ayora. Auch ein Großteil der Besucher kommt hier unter. Es gibt viele Restaurants und sehr viele Unterkünfte, beginnend bei zehn Dollar pro Nacht. Galapagos ist allgemein recht teuer, doch nachdem wir uns ein bisschen eingelebt hatten, fanden wir auch hier günstige Restaurants und Unterkünfte. Das Tolle ist auch, dass man hier auf den Inseln sehr viele kostenlose oder günstige Unternehmungen vorfindet. Schon die Stadt selbst ist sehr schön. Besonders die Promenade an der Küste ist interessant. Wenn man hier spazierengeht, kommt man zuerst am Hafen vorbei. Hier findet man einen langen Steg, auf dem sich schlafende Seehunde sonnen, während unten im Wasser Rochen und kleine Haie schwimmen. In der Bucht liegen viele Schiffe verankert. Zum Beispiel haben wir die „Endeavor II“ gesehen, das eigene Kreuzfahrtschiff der National Geographic. Zu meiner großen Freude ist auch die „Brigitte Bardot“ der Sea Shepherds eingelaufen, ein wunderschönes Schiff! Auf den nächsten hundert Metern findet man einige Tauchschulen, bei denen mir die Qualität aber recht unterschiedlich erscheint. Zwischendurch kommt man immer wieder an kleinen Stegen vorbei, auf denen man Robben, Pelikane, und unzählige schlafende Iguanas beobachten kann. Ein Stück weiter folgt der Fischmarkt der Stadt. In einer kleinen, geschützten Bucht legen während des ganzen Tages Fischerboote an und die Fischer präsentieren ihren Fang auf kleinen Tischen. Kunden sind oft Restaurant- oder Hotelköche, aber auch die tierischen Bewohner der Insel versuchen, an die Ware heranzukommen. Ein Stück weiter hinten ist die Stadt bereits zu Ende. Die Straße wird zu einem Feldweg, der durch den Nationalpark bis zur Charles-Darwin-Research-Station führt. Ich bin sehr oft durch die Stadt spaziert. Für mich hat Puerto Ayora eine entspannte und beruhigende Atmosphäre. Man sieht zwar, dass das Geschäft der meisten Anwohner die Touristen sind, aber niemand hier ist aufdringlich. In der Stadt kann man, wie ich finde, gut zur Ruhe kommen.
Bereits am ersten Nachmittag haben wir uns zur Charles-Darwin-Research-Station aufgemacht. Der Eintritt ist kostenlos und ein Besuch lohnt sich definitiv sehr. Der Weg zur Forschungsstation führt durch eine dichte, heiße Steppe aus Sträuchern und Kakteen. Die Station selbst besteht aus einigen Ausstellungsräumen über die Flora und Fauna der Inseln, aber der Schwerpunkt liegt im Naturschutz und besonders im Schutz der Galapagos-Riesenschildkröten. Sie waren zeitweise vom Aussterben bedroht, weil Seeleute sie jagten und aßen. Außerdem machen eingeführte inselfremde Tiere wie Esel und Ziegen den Jungtieren das Überleben sehr schwer. Dementsprechend haben mehrere Inseln eine Aufzuchtstation, in der die Schildkröten gezielt vermehrt und dann ausgesiedelt werden. In der Charles-Darwin-Station kann man verschiedene Areale mit Schildkröten einsehen. Mehrere Elterntiere werden hier gehalten, die teilweise über hundert Jahre alt und ungefähr einen Meter lang sind. Es gibt verschiedene Gehege mit Jungtieren verschiedenen Alters. Zwischendrin tummeln sich Echsen und Darwinfinken.
Von der Charles-Darwin-Station aus gelangt man zu einem kleinen Strand. Von dort kann man die felsige Küste der Insel entlangspazieren. Unterwegs haben wir unzählige Iguanas gesehen.
Tauchen am Gordon Rock und Floreana
Natürlich ist Galapagos bei Tauchern ganz besonders beliebt. Wer tauchen kann, wird die Insel nicht verlassen, ohne sich auch die Unterwasserwelt angeschaut zu haben. Dementsprechend groß ist das Geschäft für die Tauchschulen. Zwei Tauchgänge kosten 160 Dollar, was deutlich über den typischen Preisen anderer Tauchregionen liegt. Eine achttägige Liveaboard-Tour kostet sogar um die 7.000 Dollar. Trotz der hohen Preise buchten wir zwei Tauchtage, also vier Tauchgänge. Der erste Tauchtag führte mich zum berüchtigten Gordon Rock. Hier werden nur erfahrene Taucher mit mindestens 25 Tauchgängen zugelassen, denn es gibt starke Strömungen. Diese sind aber der Grund, warum dieser Spot gute Chancen bietet, viele Hammerhaie zu sichten. Ich erlebte einen spannenden Tauchtag mit vielen Fischen, Rochen, Robben, Riff- und Galapagoshaien, sowie ungefähr zehn Hammerhaien, die unseren Weg kreuzten. Das war für mich sehr beeindruckend, auch wenn dieser Tauchtag für hiesige Verhältnisse eher „enttäuschend“ war. Sehr oft kann man hier große Gruppen mit bis zu 50 Hammerhaien sehen. Wir sind aber leider immer nur einzelnen Tieren begegnet. Währenddessen tauchte Eric in Seymour. Hier hatte er das Glück, eine Gruppe von circa 30 Haien zu sehen, auch wenn die Hammerhaie in Seymour tendenziell ein bisschen kleiner sind als in Gorden. Bei uns waren wirklich ein paar sehr große Tiere von ungefähr vier Metern dabei.
Am nächsten Tag hatten wir noch weniger Glück. Wir hatten einen Tauchausflug in der Nähe von Floreana gebucht, das ist auch eine der vier bewohnten Inseln. Und hier sahen wir leider nicht so viel, nur einen einzigen Hammerhai, ein paar Riffhaie, Rochen und eine Robbe. Natürlich waren es vier sehr schöne Tauchgänge, aber dafür, was hier manchmal möglich ist, hatte ich doch eher Pech. Ich hab zwar alle Tiere gesehen, die man hier sehen will, aber der letzte große Wow-Effekt blieb aus. Und das ist etwas, das man wissen sollte, bevor man in Galapagos tauchen geht. Es gibt hier keine Korallen, der Meeresgrund ist einfach nur steinig. Das heißt, wenn gerade keine Fische in der Nähe sind, sieht man nicht viel. Wenn man aber einen großen Schwarm findet, dann ist es sehr beeindruckend. Und bitte, geht nicht in Floreana tauchen, hier ist wirklich nicht viel los. Wenn man schon so viel Geld ausgibt, dann lieber für Gordon und Seymour, hier sieht man immer irgendetwas. Ich hatte kurz überlegt, einen dritten Tauchtag zu buchen und mein Glück erneut zu testen, habe dann aber festgestellt, dass ich für diesen Monat pleite bin. Und so bleibt mir nur, zukünftigen Tauchern mehr Glück zu wünschen.
Insgesamt sind Tauchausflüge aber immer sehr entspannend für mich, besonders auch die langen Bootsfahrten zwischen den Tauchgängen.
Tortuga Bay
Ein weiteres Highlight in Santa Cruz ist die Tortuga Bay. Diese Bucht erreicht man sehr gut zu Fuß von Puerto Ayora aus. Direkt hinter der Stadt startet ein Weg durch den Nationalpark. Für circa zwei Kilometer läuft man durch die typische heiße Kaktussteppe dieser Region der Insel. Am Ende kommt man zu einem langen Stand, der so unglaublich weiß ist, dass man ohne eine Sonnenbrille schmerzende Augen bekommt. Der Strand ist wirklich schön, besonders weil es hier viele Iguanas gibt, die sich in der Sonne aufwärmen.
Auf dem Rückweg verließen uns in der drückenden Nachmittagshitze die Kräfte, sodass ich ein Auto anhielt und wir für die nächsten Kilometer auf der Ladefläche mitfuhren. Den Berg hier schafft man, glaube ich, nur mit ganz viel Willenskraft, Leidensfähigkeit und mindestens fünf Litern Wasser. Oben am höchsten Punkt wurden wir abgesetzt und hatten dann noch circa 15 Kilometer Talfahrt vor uns. Es ging wunderschön entspannt und schnell voran. In Bellavista legten wir noch einen Halt ein. Denn hier kann man sich für 3,50 Dollar einen der längsten Lavatunnel Südamerikas anschauen. Der ist über zwei Kilometer lang. Davon kann man immerhin einen ganzen Kilometer zu Fuß erkunden. Wenn man hier mal in der Nähe ist, lohnt sich ein Stopp auf jeden Fall. Auch das Eis, das die Bäuerin für einen Dollar verkauft, ist sehr lecker. Im Anschluss warteten noch 15 Minuten Schussfahrt nach Puerto Ayora auf uns. Ein wirklich schöner Tag, an dem wir abends erschöpft ins Bett fielen.
Am selben Tag bin ich dann noch per Anhalter ein Stück höher in die Berge gefahren. Hier oben hängen eigentlich immer kühle Wolken fest, und entsprechend nass war es. Im Gegensatz zur heißen und trockenen Küstenregion findet man hier dichte grüne Wälder. Mittendrin liegen zwei tiefe Vulkangrater, die „Gemelos“. Dort gibt es einen hübschen Wanderweg am Graterrand, den man in ungefähr einer Stunde ablaufen kann. Von den Gemelos aus sind wir per Anhalter und Bus wieder in die Stadt zurückgefahren.
Die Isla Santa Cruz ist für mich von allen Inseln diejenige, in der ich mich am wohlsten fühle. Zum einen ist die Natur und Tierwelt sehr vielseitig, aber auch die Stadt Puerto Ayora gefiel mir sehr gut. Sie ist modern genug, um ein angenehmes Alltagsleben zu ermöglichen, und hat meiner Meinung nach eine sehr entspannte Atmosphäre. Außerdem ist das die günstigste Insel von allen, zumal man hier auch die Möglichkeit hat, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Einwohnern zu fahren. Überall sonst ist man auf Taxis und Touren angewiesen.
Jetzt werde ich sehr bald auch noch die Beiträge über Isla Isabella und Isla San Cristóbal veröffentlichen.
Bis bald also,
Jonas







































































Hola Jonas,
ich habe gerade mit sehr viel Interesse Deinen Reisebericht gelesen und das nicht ohne Grund denn ich möchte bald selbst zu den Galapagos reisen. Ich bin auch Taucher, möchte aber auch einige Inseln besuchen. Deine Reisetips sind sehr nützlich und informativ, ich bin schon neugierig was Du da noch gesehen und erlebt hast. Aber mich interessiert vor allem das Tauchen, z.Bsp. welche Ausrüstung braucht man und ich habe auch gehört, dass dort teilweise mit Nitrox getaucht wird. Na dann bis auf Weiteres, Grüße
Lemmy
Hi Lemmy,
Danke für die Nachfrage. Tauchen auf den Galapagos-Inseln ist sehr spannend und die Chancen auf Hammerhaie tatsächlich sehr hoch. Tauchschulen gibt es vor allem auf Santa Cruz, du solltest aber erst vor Ort buchen (und dir die Tauchzentren persönlich anschauen, denn nicht alle sind gut). Die Preise sind immer gleich: $160 für zwei Tauchgänge, da ist das komplette Equipment inbegriffen. Wer selbst seine Ausrüstung mitbringt, bekommt trotzdem keinen besseren Preis XD. Tauchen ohne Guide ist nicht möglich. Nitrox wird auf jeden Fall auch angeboten, obwohl die meisten Tauchgruppen nicht mit Nitrox tauchen. Ich glaube das kostet circa extra $50 … aber das kannst du dann auch vor Ort erfragen. Am schönsten zum Tauchen ist meiner Meinung nach der Gordon Rock und Seymore. Floreana dagegen ist sehr unspektakulär, obwohl auch dort Tauchgänge angeboten werden. Für einige Tauchspots, so zum Beispiel auch Gordon Rock, brauchst du mindestens 25 gelogte Tauchgänge. Seymore und Gordon sind die besten Spots für Hammerhaie, dort sieht man eigentlich das ganze Jahr über welche.
Wenn du verschiedene Inseln besuchen möchtest, kannst du das am Einfachsten mit der Fähre tun. Speedboote verbinden die vier bewohnten Inseln miteinander. Alle anderen Inseln kann man ausschließlich im Rahmen einer geführten (meist teuren) Tour besuchen!
Aber dazu kannst du dir gern noch meine Reisetipps durchlesen:
https://www.jonas-reiseblog.de/rund-ums-thema-reisen/backpacking-auf-den-galapagos-inseln/
In diesem Sinne wünsche ich eine gute Reise, und melde dich gern wenn du noch Fragen hast!
Liebe Grüße,
Jonas
Hallo Jonas,
Ich werde demnächst als Backpacker nach Ecuador und Galapagos reisen. Jede Übernachtung soll jetzt vor der Anreise vorgelegt werden, würde lieber auf den drei Inseln vor Ort buchen. Was rätst du mir ?? Viele Grüße Birgit
Hallo Birgit,
Auch wir mussten bei der Einreise auf die Galapagos-Inseln eine Adresse der Unterkunft angeben. Es spielt aber keine Rolle wie lang du in dieser Unterkunft bleibst. Das ist ja in ganz vielen Ländern so. Bevor du einreist kannst du dir einfach eine Unterkunft für die ersten ein oder zwei Nächte buchen (zum Beispiel sehr günstig auf booking.com) Diese gibts du dann bei der Einreise an. Wo du dich die restliche Zeit aufhälst, ist egal. Die Hostels in Ecuador und auf den Galapagosinseln sind eigentlich nie ausgebucht und du kannst oft einfach hingehen und einchecken. Oder wenn du ein wenig mehr Sicherheit willst, buch einfach deine Unterkunft einen Tag vorher…
Übringens, hier findest du noch mehr Reisetipps speziell für Galapagos.
Viel Spaß,
Jonas