Roadtrip zum Ayers Rock

Hallo 🙂 da schreibe ich schon wieder

Ich war nämlich in den letzten zwei Tagen im Outback unterwegs und habe den “Ayers Rock” und die “Kata Tjutas” besucht.

Noch während ich Montagnacht den Blogbeitrag über die Great Ocean Road und die Fahrt mit Ghan verfasste, kam ein Mitbewohner auf mich zu und bat um Hilfe. Er hatte zu viel getrunken und deshalb ging es ihm nicht so gut. Naachdem er auf meinen Hinweis hin ein bisschen Wasser getrunken hatte 😀 erzählte er mir, dass er am nächsten Tag mit seinem eigenen Auto zum Ayers Rock aufbrechen würde. Er hat mir angeboten mich mitzunehmen und obwohl er zimlich betrunken war, habe ich zugesagt.

Am nächsten Morgen brauchte er zwar noch ein Weilchen um wieder komplett fit zu sein, aber gegen Mittag sind wir losgefahren. Die Distanz von Alice Springs zum Ayers Rock beträgt ja 470 km und bei den australischen Geschwindigkeitsvorschriften braucht man da schon ungefähr vier bis fünf Stunden. Vollgetankt, und bepackt mit Campingausrüstung und 20 Liter Wasser brachen wir auf.

Mein Reisegenosse kommt aus Hongkong und da sich niemand seinen chinesischen Namen merken kann, stellt er sich überall als “Fox” vor. Er hatte das Auto vor einem Monat für 500 Dollar – also ungefähr 350 Euro gekauft, und diesem Preis machte es alle Ehre.

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Es fuhr zwar noch relativ zuverlässig, aber so zimlich alles andere war schon echt mitgenommen. Ein Fenster war nur noch angeklebt, die vordere Stoßstange wird wahrscheinlich bald abfallen und die Klimaanlage war komplett kaputt. Besonders letzteres war bei 40°C eher ungünstig. Aber trotzdem kamen wir nach ein paar Stunden Fahrt in Yulara – einem kleinen Dorf neben dem Ayers Rock – an. Ich bin sogar die überwiegende Strecke selbst gefahren, weil Fox nicht so gerne fährt, einfach weil er in Hongkong noch nie selbst gefahren ist 😀 Das Fahren im Outback war an sich schon etwas Besonderes, weil man einfach ewig einer schnurgeraden Straße durch das Buschland folgt ohne irgendwelche Abwechslung.

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Interessant wurde es aber dadurch dass auch Gangschaltung und Bremse schon sehr abgenutzt waren 🙂 Ich hatte also beim Fahren viel Spaß und war bisschen überrascht als wir dann doch ohne Probleme angekommen sind. Wir haben als erstes unser Zelt auf einem kleinen Campingplatz aufgebaut und sind dann zu einem Aussichtspunkt gefahren, von wo aus man einen guten Blick auf den Ayers Rock hatte. Da der Sonnenuntergang hier schon 7:30 stattfindet, kamen wir genau rechtzeitig um noch beobachten zu können wie dieser grosse Felsen im sinkenden Licht seine Farbe wechselt.

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Interessant zu sehen war wie der Felsen kurz bevor die Sonne ganz weg war noch einmal orange “aufleuchtete”. Eine Weile später sah man ihn dann nur noch als dunklen Schatten.

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Anschliessend wurde bei immernoch unerträglichen Temperaturen im Zelt übernachtet, um am nächsten Morgen sehr zeitig aufzustehen. Wir sind gleich am Morgen zum Fusse des Ayers Rock gefahren, um eine Rundwanderung zu starten. Eigentlich wollten wir auch auf den Gipfel steigen, aber dieser Weg war zur Zeit gesperrt. Die Aboriginies wollen ja nicht, dass jemand den Berg besteigt. Aber da es offiziell noch erlaubt ist, gibt es oft Protestler die den Weg zerstören, sodass er eine Weile gesperrt werden muss.

Wir sind also nur drumherum gelaufen, aber auch das war wirklich interessant. Der Fels ist ja riesengroß mit seiner Höhe von 350 Meter, und man sieht viele Höhlen, oder andere ungewöhnliche Strukturen im Gestein. Der Aboriginie-Stamm “Anangu” hat zusätzlich noch viele informative Schilder aufgestellt, auf denen man Sagen oder die Geschichte zu einigen Stellen erfährt. Es gab auch einige Höhlenmalereien, besonders in den “Wohnhöhlen”, die hauptsächlich zum Belehren des Nachwuchses gezeichnet wurden. Die Aboriginies glauben, dass an der Stelle des Ayers Rock früher eine große Schlacht zwischen verschiedenen benachbarten Stämmen stattgefunden habe, und daraufhin hat Mutter Natur diesen Felsen entstehen lassen, der in seiner Struktur die Details der Schlacht nacherzählt. Eine Stelle ist zum Beispiel von steinernen Beulen übersäht, die die versteinerten Körper der Gefallenen darstellen.

Hier mal ein paar Eindrücke, die ich beim Umrunden dieses riesigen Felsen festhalten konnte.

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Hier sieht man zum Beispiel eines der Schilder auf denen die Aboriginies respektvoll bitten, dass man eine bestimmte Stelle des Felsens nicht fotografieren soll. Die Erklärung ist, dass diese Stelle eie Art heilige Information enthält, die man nur am Originalplatz “lesen” darf.

Für mich war die Wanderung um den Ayers Rock sehr spannend, weil zum Einen der Fels an sich schon sehr beeindruckend ist, und weil man zum Anderen so viel über die Geschichte und den Glauben der Aboriginies erfährt.

Ich hoffe dass ich irgendwann mal wieder kommen kann, und dann auch auf den Gipfel steigen kann.

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Das einzige, was echt ermüdent war, waren die vielen Fliegen. Im Outback leben unzählige Fliegen, die die Wanderer in Schaaren umkreisen. Es ist praktisch unmöglich ohne Fliegennetz in dieses Gebiet zu gehen.

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Nur für Fotos haben wir die Netze meistens kurz abgenommen. Leider habe ich nun sehr viele Fotos, die ich zu Hause erst einmal retuschieren muss, weil sich ein paar Fliegen eingeschlichen haben 🙁

Auch die Hitze war anstrengend, da man praktisch permanent ohne Schatten unterwegs war.

Trotzdem haben wir uns nicht abhalten lassen, nach dem Ayers Rock noch ein zweites Naturdenkmal anzusteuern, nämlich die Kata Tjutas. Diese Felsengruppe ist nicht wirklich heilig, aber auch viel weniger besucht.

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Der Kata Tjuta Mountain ist sogar noch höher als der Ayers Rock. Wir sind eine sehr schöne Rundwanderung von acht Kilometern gegangen, bei der es auch zwei Aussichtspunkte gabt. Eigentlich war die Strecke aufgrund der Hitze gesperrt, da es zwischen den Felsen noch viel heißer wird, aber da die Aboriginies aller drei Kilometer Wasserspeicher bereitgestellt hatten, ging es für uns ohne Probleme.

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Als wir nach zwei Stunden wandern wieder den Parkplatz erreichten, waren wir beide zimlich fertig, haben uns aber trotzdem gleich auf den Rückweg nach Alice Springs gemacht. Während der Fahrt hatte ich viel Zeit gehabt um über die Aborininies nachzudenken. In Alice Springs hatten wir eher schlechte Erfahrungen gemacht. Die dort lebenden Aboriginies sind zum Teil sehr ungepflegt, oft betrunken, manchmal auch kriminell oder gewalttätig (öfter als andere Völker würde ich sagen). Aber die Aboriginies am Ayers Rock schienen sehr freundlich. Wir sind dort zwar keinem persönlich begegnet, aber sie hatten Wasser bereitgestellt und sehr viele nützliche Touristeninformationen errichtet. Ich hatte mich also gewundert, warum bei uns in der Stadt nur stressige Aboriginies wohnen, während es offensichtlich auch viele sehr freundliche gibt. Heute wurde ich dann aufgeklärt: die Aboriginies scheinen in Komunen zu leben und sich gegenseitig gut zu respektieren. Wenn aber ein Störenfried dabei ist, wird er verbannt und bevölkert dann ausstralische Städte. Das war für mich eine recht einleuchtende Erklärung, obwohl ich mich damit noch ein bisschen mehr beachäftigen muss um rauszufinden ob das stimmt.

Zurück im Hostel gab es dann leider noch eine kleine Ernüchterung nach dem ansonsten so schönen Ausflug. Jemand hatte meinen Rucksack, den ich im Lagerraum stehen lassen hatte, geöffnet und meine Technikbox mit meiner Tastaurur geklaut. Heute musste ich also auf Wunsch der Hostelleitung bei der Polizei aussagen und dann die vrschiedenen Läden absuchen um eine neue Tastatur zu kaufen. Ich habe dann schlussendlich eine halbwegs gute gefunden, nur leider erstattet das Hostel die Kosten nicht. Außerdem fehlen auf der englischen Tastatur einige deutsche Symbole wie “ä”, “ü”, “ö”, “ß” und “°C”. Diese muss ich beim Blog schreiben in Zukunft immer nachträglich einfügen. Das macht es ein bisschen aufwändiger, aber nichts desto trotz freue ich mich, euch immer über meine Reise berichten zu können. Danke auch für die Rückmeldungen unter dem letzten Artikel. Ich habe mich gefreut, dass ihr soweit alles ok findet und werde also genauso weiterschreiben und bebildern wie bisher…

Nun bin ich zurück in Alice Springs und muss morgen mal meine Weiterreise planen. Ich werde vielleicht noch ein Weilchen in der Stadt bleiben, weil ich hier gerne auf einer (Kamel)farm anfangen würde.

Ich werde bald mal wieder berichten.

Bis bald
Jonas

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2 Antworten

  1. Margit sagt:

    Hallo Jonas,

    heute lese ich mal wieder deinen neuesten Blogeintrag, der inzwischen auch schon ein paar Tage alt ist. Hast du in Alice Springs Arbeit gefunden? Es ist wieder sehr interssaant, was du geschrieben hast. Die Farben des Uluru / Ayers Rock bei sinkender Sonne sind traumhaft, was wohl auch am wenig bewölkten Himmel liegt. Durchs Outback zu fahren mit diesem stundenlangen “Nichts” bzw. der Einsamkeit war sicher eine interessante Erfahrung und sicher macht es etwas aus, dass man nicht allein ist. Du hast ja richtig Glück gehabt mit “Fox” und seinem Auto – dass das so klappte. Also ich hätte mich ja nicht getraut, damit so eine einsame Strecke zu fahren. Wenn die Kiste liegen geblieben wäre……
    Fasziniert haben mich auch der Bericht deines vorherigen Eintrags und die Fotos vom GHAN und der Great Ocean Road. Als Frithjof dort wanderte, war seine Kamera kaputt gegangen und er konnte keine Bilder hochladen. Da habe ich mir im Internet alle möglichen Fotos von diesem herrlichen Küstenabschnit angesehen.
    Am Sonntag habe ich mit Frithjof gescypt, er ist ja in Sydney. Sicher hört ihr weiter voneinander. Dass Deine Tastatur geklaut wurde, ist ja ein Ding. Wieso sind die Leute dort scharf auf europäische Tastaturen?

    Alles Gute im heißen Alice Springs! Das muss ein interessanter, aber auch etwas verrückter Ort sein, was ich so aus Bill Brysons “Frühstück mit Kangurus” in Erinnerung habe.

    Viele Grüße, Margit

    • Jonas sagt:

      Hi Margit,
      Das freut mich ja dass du immer noch liest auch wenn ich jetzt LEIDER auf Frithjof verzichten muss 😀 Wir sind aber natürlich weiterhin in Kontakt und vielleicht sehen wir uns ja nochmal an der Ostküste.

      Obwohl mir Alice Springs gut gefallen hat und dort auch nette Leute waren, bin ich gestern nach Townsville an der Ostküste umgezogen. Ich glaubte dass es hier leichter sein würde Arbeit zu finden… Leider habe ich dann gestern doch ne Zusage für einen Job in Alice Springs bekommen – ein bisschen zu spät 🙁 Jetzt habe ich aber grad was anderes cooles in Aussicht, und ich denke morgen werde ich da einiges regeln können, was meinen Job angeht… Dazu schreibe ich dann sehr bald nen neuen Artikel 🙂

      Frithjof hat ja inzwischen ne neue Kamera, aber schade dass ihm die Bilder der GOR fehlen. Diese Strecke war ja landschaftlich einfach super 🙂

      Ja wegen der Tastatur hoffe ich jetzt einfach dass der Dieb genauso Probleme beim schreiben hat wie ich auf meiner neuen englischen Tastatur 🙂 Es sind halt wirklich viele Zeichen woanders bzw einige fehlen sogar ganz 🙁 Aber egal – das geht schon trotzdem noch…

      Viele Grüße nach Deutschland und danke fürs lesen 🙂
      Jonas

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