Start auf Tasmanien

Liebe Leserinnen und Leser,

heute schreibe ich euch aus Tasmanien. Ich habe mich, wie ihr wisst, in der letzten Woche sehr viele Kilometer durch Australien transportieren lassen. Montag letzter Woche noch in Sydney, kam ich diesen Freitag schon in Melbourne an. Auf der Strecke nach Melbourne hatte ich mir noch Canberra angesehen und in Albury übernachtet, aber das wisst ihr ja sicher auch schon. Zumindest habe ich freitags Melbourne erreicht und den Freitagabend und Samstag in Melbourne verbracht. Ich bin zusammen mit Frithjof, einem Freund aus Deutschland, durch die Stadt gezogen und habe jetzt einen gewissen Eindruck vom Zentrum gewonnen und auch schon den berühmten „St. Kilda“-Beach besucht. Fotos und weitere Erkundungen in Melbourne werde ich aber erst ab dem 01. Februar machen, denn Sonntagfrüh habe ich mich mit Frithjof zusammen auf den Weg nach Tasmanien gemacht, wo wir nun zwei Wochen bleiben wollen. Wir sind extra um 02:30 Uhr nachts zum Flughafen gefahren, um einen sehr frühen Flieger nach Hobart, der Hauptstadt Tasmaniens, zu bekommen.

Frithjof ging die letzten Jahre mit mir in dieselbe Schule und manchmal waren wir auch zusammen in der Sächsischen Schweiz klettern. Nun startete er seine Australienreise in Melbourne und möchte Richtung Sydney reisen. Da das ja genau die andere Richtung ist als die, die ich einschlage, haben wir uns entschieden, zumindest zwei Wochen auf Tasmanien gemeinsam zu reisen.

Dass wir den wirklich allergünstigsten Flug gebucht hatten, sieht man an den schlecht geputzten Scheiben. Aber trotzdem sind wir nach circa 50 Minuten Flug in Hobart, der Hauptstadt Tasmaniens, angekommen. Vom Flugzeug aus konnten wir schon ein paar schöne Eindrücke von Tasmaniens bergiger Landschaft und den vielen Seen gewinnen. Wie man auf dem letzten Foto erahnen kann, liegt Hobarts Flughafen mitten im Nichts und ist auch nicht größer als der Radeberger Bahnhof. Dementsprechend waren wir noch viele Kilometer von Hobart entfernt und mussten uns erstmal per Anhalter ins Zentrum fahren lassen. Ermüdet vom frühen Aufstehen haben wir den restlichen Sonntag dann zum Teil schlafend und zum Teil an einem winzigen, steinigen Strand verbracht. In Hobart haben wir den Hafen gesehen (unser Hostel liegt direkt nebendran) und auch das Parlament Tasmaniens. Auch die Supermärkte und Dominos Pizza haben wir schon gefunden. Einen typischen Stadt-Sightseeing-Tag werden wir aber wahrscheinlich erst am Ende der Tasmanienreise machen, bevor wir zurückfliegen.

Heute haben wir uns stattdessen auf die Halbinsel bei „Ralphs Bay“ begeben: eine sehr schöne Halbinsel, die sehr natürlich und nur von wenigen Einheimischen und einigen Farmern bewohnt ist.

Wir sind mit dem Bus bis zur allervordersten Spitze gefahren. Hier gibt es den wunderschönen „Opossum Beach“, einen sehr langgezogenen Strand mit feinstem Sand und kristallklarem (bisschen kühlem) Wasser. Dort waren wir schwimmen

Sehr viel Spaß hatten wir auch beim Bauen einer Brücke aus Stein 

Aber natürlich haben wir nicht nur am Strand entspannt. Wir sind dann auch noch zu einer Wanderung um die Spitze der Insel aufgebrochen, und das war wunderschön. Die Landzunge ist sehr hügelig und mit vertrocknetem Gras und einigen kargen Bäumen bewachsen. Aber sehr schön sind die Ufer. Kleine Klippen umschließen winzige Buchten mit extrem klarem Wasser. In den Buchten wohnen Möwen, Krebse und sogar ein paar kurios aussehende Seesterne. Wir sind auch an einem zweiten Strand vorbeigekommen, der auf der dem Meer abgewandten Seite der Bucht lag. Dieser war übersät mit Muscheln, die in der ruhigen Bucht vermutlich besser leben können als auf der dem Meer zugewandten Seite. Sehr schön war es auch, am Horizont immer die Züge der Gebirge hinter Hobart zu sehen.

Übrigens haben wir fast nichts nach Tasmanien mitgenommen, außer dem Notwendigsten, in unseren großen Backpacks. Wir wollen so wenig wie möglich tragen, wenn wir ab morgen wandern gehen. Deshalb mussten wir heute mangels Tagesrucksack unsere Badesachen in Plastiktüten transportieren.

Nach einem langen Tag auf dieser wunderschönen Halbinsel stand eines fest: Trotz (selbstverschuldetem) Sonnenbrand ist der Strand hier definitiv unter den Top fünf, die ich in Australien bisher gesehen habe. Zurück sind wir dann in einem sehr alten Linienbus (wie zu erwarten war, waren wir die einzigen Passagiere) und konnten aus dem Fenster wieder die winzigen Dörfer, endlosen Weidelandschaften und die großen Meeresbuchten direkt neben der Straße bestaunen. Die Farmer halten hier übrigens teilweise riesige Schweine. Diese sehen aus wie Wildschweine, sind aber genauso groß wie ausgewachsene Rinder.

Morgen werden wir Hobart verlassen und in einen Nationalpark fahren. Dort wollen wir eine mehrtägige Wanderung zu einem hohen Berg, dem „Frenchmans Cap“, unternehmen. Die Rucksäcke sind schon gepackt: mit Zelten, Schlafsäcken und Essen für sechs Tage. Ich werde also für einige Zeit offline gehen müssen, aber trotzdem fleißig fotografieren. Nächste Woche möchten wir dann noch die wunderschöne Ostküste Tasmaniens bereisen. Zum Glück fahren recht günstige Inselbusse, sodass Fortbewegung hoffentlich ohne Probleme möglich ist. Ich denke also, dass ich demnächst wieder viel zu berichten habe.

Dann macht’s erstmal gut. Ich melde mich bald wieder!

Bis bald,
Jonas

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3 Antworten

  1. Anna-Louisa sagt:

    Hi Jonas, du bost ein richtiger Abenteurer.
    Von einem ins nächste. Respekt. Die ganzen Erlebnisse klingen soooo spannend.
    Und du erzählst das auch so toll mit prima Fotos.. Ich erlebe es, so spüre ich es, immer nocheinmal zu Hause. Sowas liebe ich. Weiter so.
    Ich bin stolz, dich als Freund zu haben. Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß, Freude und Glück.
    Eine Gute und sichere Reise!
    Deine Anna

  2. Erwin sagt:

    Hallo Jonas,

    danke für die Reisebeschreibungen, an denen du uns wieder teilhaben lässt.
    Das geht ja jetzt Schlag auf Schlag bei dir. Da bekomme ich gleich Lust, auch nochmal meinen Rucksack zu packen, auf meine alten Tage.
    Schön mit einem “alten Kumpel” unterwegs zu sein, oder? Auch wenn es nur für kurze Zeit ist.
    Da schnauft ihr nun zusammen durch die Berge mit großem Rucksack auf rotem Rücken. Ihr habt jeder ein eigenes Zelt dabei? Würde mich mal interessieren, wie schwer eure Rucksäcke sind.
    Die Steinbrücke habt ihr toll gebaut. Sieht gut aus. Bekommt ihr diese auch in Groß hin? Wir könnten eine Firma gründen, wenn du zurück kommst. Ich sehe großes Potenzial.
    Ich habe mal recherchiert was ihr unterwegs für Riesenschweine auf den Farmen gesehen habt. Es waren höchstwahrscheinlich Orks. Die wurden vor langer Zeit in Mordor von Saruman gezüchtet. Seid vorsichtig wenn ihr die Viehcher nochmal trefft. Die stinken, haben schwarzes Blut und sind sehr bösartig.
    Die Einheimischen haben bestimmt auch gedacht, jetzt kommen die Hobbits zurück, wenn sie euch mit den Plastikbeuteln an der Küste gesehen haben. Hast du das Buch eigentlich gelesen, Jonas? (Herr der Ringe)
    Zur Stunde hat Claudia ihre allerletzte Prüfung. Drück die Daumen für sie. (Daum Under)
    Und ich drück die Daumen für dich, auf das alles weiter so super läuft.

    Hau rein Erwin

    • Jonas sagt:

      Jetzt kommen die Hobbits zurück 😀 Ja genau 🙂 Die Bücher habe ich leider (noch) nicht gelesen, aber ich habe alle sechs Filme gesehen. Von daher kenne ich Saruman, Sauron und seine Orks.
      Die Rucksäcke waren ziemlich genau 20 kg, zum Glück hatten wir nur ein Zelt mit, dafür aber jede Menge Essen. Naja war schon ne ganz schöne Schlepperei aber das trainiert.
      Schön dass es bei Claudia geklappt hat. Liebe Grüße an sie und bitte auch an Felix und Lili.
      Bis bald
      Jonas

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