Fraser Island

Liebe Leserinnen und Leser,

weil wir in den letzten Tagen so viel unternommen haben, kann ich mich erst jetzt wieder melden. In diesem Beitrag werde ich über unsere Dreitagestour auf Fraser Island (seit 2023 offiziell K’gari) berichten und sehr bald schreibe ich noch in einem zweiten Beitrag, was wir in den Tagen nach Fraser Island bis heute unternommen haben.

Aber zuerst möchte ich mich auch an dieser Stelle nochmal bedanken, für all die Gratulationen und Glückwünsche, die mich gestern erreicht haben. Ich hatte einen sehr schönen Geburtstag – hier am anderen Ende der Welt – und freue mich, dass sich so viele gemeldet haben. Dankeschön.

Nun aber zum eigentlichen Thema: Wie ihr wisst, hatten Alex und ich eine Tour für Fraser Island gebucht, und zwar vom 14. bis 16. Mai. Fraser Island ist eine 124 Kilometer lange und bis zu 25 Kilometer breite Insel in der Nähe von Rainbow Beach, einem Ort an der Ostküste Queenslands. Das Besondere ist, dass die Insel fast ausschließlich aus Sand besteht, und trotzdem von dichtem tropischen Wald bewachsen ist.

Unsere Tour startete in Rainbow Beach, wo wir am Samstagmorgen unsere Gruppe trafen und auf vier verschiedene Autos aufgeteilt wurden. Wir fuhren mit (sehr alten und recht eingerosteten) Toyota-Geländewagen in Kolonne. Im vordersten Wagen saß der Guide und gab über das Walkie-Talkie Anweisungen an die übrigen drei Fahrer durch. Fahren durfte jeder, der 21 Jahre oder älter war, ich also leider nicht.

In unserem Auto hatten wir nur zwei Fahrer, alle anderen waren zu jung. Acht Leute waren wir insgesamt, und ich hatte mich sehr gefreut, neue Leute kennenzulernen.

Da wir ja nur zu zweit reisen, war ich gespannt, welche anderen interessanten Menschen man so treffen würde. Bald erfuhren wir aber, dass in unserem Auto fast ausschließlich sehr stille Leute waren, die wenig motiviert waren, sich zu unterhalten. Jedenfalls hatte ich mehrmals versucht, ein Gespräch anzufangen, was aber nach ein paar Sätzen sofort wieder erstarb. Wir waren also eher schweigend unterwegs, aber trotzdem war die Insel an sich überwältigend. Während unserer Tour fuhren wir viele sehr schöne Stellen auf der Insel an.

Zuerst wurden wir mit der Autofähre auf die Insel gebracht, und kaum angekommen, gab es keine Straßen mehr. Man fuhr durch den weichen Sand am Strand, und auch die Wege im Wald bestanden ausschließlich aus Sand. Es war sehr abenteuerlich, weil sich die Autos wirklich anstrengen mussten, um im weichen Sand nicht stecken zu bleiben.

Als Erstes fuhren wir zum Lake McKenzie. Dieser See ist wohl der berühmteste auf Fraser Island. Das Wasser ist unglaublich klar und auch der Sandstrand ist atemberaubend schön. Der See ist eine kleine Oase mitten im Wald. Um ihn zu erreichen, muss man eine ebenfalls sehr hübsche Strecke durch den dichten Urwald zurücklegen.

Nachdem wir den See besichtigt hatten, und auch ein wenig im (eiskalten) Wasser schwimmen waren, fuhren wir noch eine sehr lange Strecke am Strand entlang. Ziel war ein kleiner Campingplatz in der Mitte der Insel, wo wir die nächsten zwei Nächte verbringen würden. Hier waren schon Zelte errichtet, die dauerhaft genutzt werden. Gekocht wurde von uns selbst, und am Abend gab es Goon am Lagerfeuer (Goon = allerbilligster australischer „Wein“, meist in 4-Liter-Plastikbeuteln verkauft).

Im Lager wurde mir auch bewusst, wie gefährlich Dingos scheinbar sind. Der Dingo ist eine Art australischer Wildhund, der auf Fraser Island lebt und sehr oft Menschen angreift. Also war unser Zeltlager mit einem riesigen Zaun umgeben, und auf der Autoeinfahrt waren in geringer Höhe ein paar Stromkabel gespannt, um den Dingo zuverlässig auszusperren. Auf der Insel gibt es auch überall kleine Gatter, in denen sich Wanderer in Notlage einschließen können.

Am Morgen weckte uns der Guide sehr zeitig. Er hielt sich wohl für den geborenen Entertainer, eine Kostprobe seines Humors jedenfalls bekamen wir an diesem Morgen. Er rannte durch unser Zeltdorf und schrie „Wake up, little fuckers“ in die verschlafenen Gesichter.

Aber auch dieser Tag hatte ordentlich was zu bieten. Als Erstes – quasi zum Aufwachen – gab es einen Stopp an einem sehr klaren Fluss, wo man super schwimmen konnte.

Danach sind wir zu dem Schiffswrack der „Maheno“ gefahren. Das Schiff strandete 1935, als es von einem überraschenden Zyklon erfasst wurde. Es war sowieso zum Verschrotten freigegeben, wurde also auf der Insel liegen gelassen und eine Zeit lang für Hochzeiten und Feiern genutzt. Später entschied sich die Luftwaffe, das Schiff als Zielobjekt zum Trainieren von Bombenabwürfen zu nutzen, weshalb es heute ziemlich kaputt ist.

Am Nachmittag fuhren wir noch ein ganzes Stück nordwärts, um von einem ehemaligen Vulkan aus über die Insel zu schauen.

Highlight des Tages für mich war unser letzter Stopp auf einer riesigen Wanderdüne. Ich kam mir fast wie in einer Wüste vor, denn die Düne ist rund einen Kilometer breit und 500 Meter lang.

Nach einer weiteren Nacht im Zeltlager ging es am Montag wieder aufs Festland zurück. Auf dem Weg zur Fähre hielten wir noch an einer Stelle, wo kleine Passagiermaschinen 10-minütige Rundflüge über die Insel anboten. Ich habe schweren Herzens die 60 $ investiert, um noch einen besseren Überblick über die Insel zu bekommen. Der Ausblick war wirklich spektakulär!

Zum Schluss hielten wir noch am „Lake Boomanjin“ an. Dieser See ist von einem dichten Teebaumwald umgeben. Das Laub der Bäume fällt in den See und einige pflanzliche Stoffe lösen sich im Seewasser. Ich denke, man könnte sagen, dass der See komplett mit Tee gefüllt ist. Das Baden im Wasser soll für Haut und Haare sehr gesund sein.

Nach ein paar schönen Stunden am See mussten wir leider wieder zurück auf das Festland. Von der Autofähre aus sahen wir in der Ferne noch kurz ein paar Delfine, bevor unsere Tour zu Ende war.

Als Fazit kann ich sagen, dass die Insel unglaublich schön ist. Ich hatte jede Menge Spaß beim Erkunden dieses einzigartigen Fleckchens.

Fraser Island ist definitiv eines der Highlights an der Ostküste. Da unser Fraser-Besuch aber schon vier Tage zurückliegt und wir in der Zwischenzeit schon wieder so viel erlebt haben, werde ich sehr bald noch einen zweiten Beitrag schreiben.

Bleibt also dran,
euer Jonas

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1 Antwort

  1. Ben sagt:

    Hi Jonas,

    amazing pictures my friend, well done. Thanks for sharing them!

    Frazer Island seems to be really worth a visit.

    CU soon in Sydney,

    Ben

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