Roadtrip im Tafelland

Liebe Leserinnen und Leser,

Nachdem ich im gestrigen Artikel über unseren Tauchtrip im Great Barrier Reef berichtet habe, möchte ich heute erzählen, was wir in den letzten vier Tagen unternommen haben. Wie ihr wisst, haben wir am Samstagmorgen den Campervan entgegengenommen.

 Und, da morgen unsere Viertagestour auf Hinchinbrook Island startet, hatten wir vier Tage Zeit, um die Gegend zwischen Cairns und Cardwell (der Stadt neben Hinchinbrook Island) ausführlich zu erkunden. Hier im Norden von Queensland liegen die Hauptattraktionen nicht nur an der Küste. Natürlich habe ich Alex zuerst Cape Tribulation gezeigt, einen wunderschön verwilderten Strand, an dem ich vor ein paar Wochen schon mit den Kollegen war. Und selbstverständlich haben wir wieder eine Menge Kokosnüsse gesammelt.

 

Aber nach einem Nachmittag am Strand haben wir die Küste verlassen und uns in Richtung Inland aufgemacht: in die Tablelands. Die Tafellande oder eben Tablelands bezeichnen die Region hinter der Küste, die relativ hoch gelegen ist, und deshalb an einen aus der Landschaft ragenden Tisch erinnern könnte. Hier gibt es sehr viele Farmen, und auf einer habe ja auch ich gearbeitet. Außerdem gibt es hier in den Bergen unzählige Wasserfälle, riesige Regenwaldflächen und dazwischen wunderbar hügeliges Weideland, das stark an Neuseeland erinnert. Da ich während meiner Zeit auf der Avocadofarm nicht so viel von den Tablelands zu sehen bekam, gab es viel nachzuholen.

Wir haben viele Wasserfälle besucht, wie zum Beispiel den Emerald Creek Fall oder die Millaa Millaa Falls:

Wasserfälle begeistern mich immer wieder: Besonders unter den Wasserfällen zu schwimmen oder von den Felswänden aus hineinzuspringen, macht viel Spaß.

Gut gefallen hat mir aber auch die Weidelandregion rund um Atherton. Hier gibt es meilenweit nur Wiesen, und wenn man mit dem Auto auf einem Hügel stoppt, sieht man atemberaubende Ausblicke vor sich.

Ab und an sind wir auch in den Regenwald hineingewandert. Besonders schön sind verschiedene Aussichtsstellen, die es entlang der Wege gibt, und von denen aus man oft kilometerweit in die Täler hineinsehen kann.

Es gab auch einen Lookout an der oberen Kante eines ehemaligen Vulkankraters, dem „Hypipamee Crater“. Dieser Schlot ist 130 Meter tief, davon sind 70 Meter jedoch unter Wasser, und gefangen in diesem Krater lebt eine ganze Schildkrötenpopulation.

Sehr verwunderlich war für mich der Anblick eines alten Feigenbaumes mitten im Regenwald. Eine Würgefeige hatte hier vor vielen Jahren drei Bäume gleichzeitig befallen, und nun sieht das ganze Gebilde wie ein einziger extrem verwilderter Baum aus.

Nach ein paar eindrucksvollen Tagen in den Tablelands fuhren wir gestern wieder zur Küste, um die vier Tage lange Wanderung auf Hinchinbrook Island vorzubereiten. Heute haben wir sowohl in Innisfail, als auch in Cardwell einiges eingekauft, haben die Fähre zur Insel gebucht, eine Karte besorgt, alle Wasserstellen markiert, und so weiter.

Außerdem haben wir kurz in Australiens regenreichster Stadt angehalten: Tully. Ein 7,90 Meter hoher Gummistiefel erinnert an den Niederschlagsrekord von 1951: 7,90 Meter Regen in einem Jahr!

Bevor wir dann zum Campingplatz fahren mussten, hatten wir aber noch Zeit für einen schönen Weg durch die Berge mit einer Aussichtsplattform mit Blick auf unser nächstes Ziel.

Hier sieht man die Insel im Nebel. Morgen werden wir dort eine 32 Kilometer lange Wanderung beginnen.

Wenn wir diese geschafft haben, werde ich euch natürlich davon berichten.

Liebe Grüße,
Jonas

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1 Antwort

  1. erwin sagt:

    Hallo Jonas,

    das geht ja jetzt Schlag auf Schlag bei dir. Danke für die letzten Beiträge und die vielen schönen Fotos.
    Bei euch dürfte es inzwischen Mittwoch sein, in ein paar Stunden geht`s also wieder auf Wanderung.
    Bin gespannt, ob dir die Tour auch so gefällt. Vielleicht bist du ja doch nicht mehr so dolle begeistert nach den vielen bisherigen Erlebnissen.
    Nun muss ich dir noch nen Rat geben, ob du willst oder nicht.
    Der Aufenthalt unter Wasserfällen und Kokospalmen ist kreuzgefährlich. Flüsse schneiden sich in die Landschaft, durch am Grunde liegende Rolling Stones. Die plumpsen dann auch regelmäßig den Wasserfall herab. Im besten Fall gibt es nur eine Beule als Andenken. Bei den Palmen ist es ähnlich aber wieder ganz anders.
    Die sind zwar sehr nützlich wenn man (oder 8m lange Krokodile) Hunger hat. In beiden Fällen ist es gut wenn man schwindelfrei ist und klettern kann. Aber das führt jetzt doch zu weit, viel Spaß noch auf den nächsten Etappen.

    Schöne Grüße von den KaKo`s aus DD

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